Botox-Partys - Falten weg bei Häppchen und Prosecco

2011-08-27 01:00 -

Wieder mal überschwemmt ein Trend aus den USA die deutschen Wohnzimmer. Was vor dreißig Jahren noch Tupper war, später durch Avon ergänzt wurde, ist heute Botox. Das Gift, welches von Bakterien, gebildet wird, ist hochtoxisch, hat aber eine überwältigende Wirkung im Anti-Aging Bereich. 2 Kilogramm Botulinumtoxin kann die gesamte Menschheit umbringen. In geringsten Mengen wird die Substanz verkrampfte Muskeln lösen. Richtig bekannt wurde Botox als Faltenkiller.

Es wird mit extrem dünnen Nadeln also praktisch schmerzfrei unter die Haut injiziert. Nach wenigen Tagen wird ein erfrischtes und faltenfreies Aussehen erreicht, was mehrere Monate anhält. Danach spritz man einfach nach und schon setzt die gewünschte Wirkung wieder ein.

Musste der Patient früher in eine Schönheitsklinik oder in ein Kosmetikstudio um sich das Gift injizieren zu lassen, verbreiten sich immer mehr sogenannte Botoxpartys. In geselliger Atmosphäre spritzt ein Arzt den eingeladenen Damen und Herren Sorgenfalten und Krähenfüße weg. Eigentlich keine schlechte Idee, aber woher wissen die Gäste, ob das alles so richtig ist? Ist der Arzt auch wirklich qualifiziert, das Gift zu spritzen? Sind den nötigen hygienischen Bedürfnissen Rechnung getragen?

Es gibt geteilte Meinungen zu Botox Partys. Wenn ein Notarzt nach Hause kommen kann und einem Patienten eine Spritze gegen Übelkeit, oder Rückenschmerzen geben kann, sollte eine Botoxspritze auch kein Problem darstellen. Wichtig ist jedoch, dass der Arzt eine Zusatzausbildung nachweisen kann. Denn es handelt sich bei Botox nach wie vor um ein hochtoxisches Gift. Des weiteren muss er sich mit Nerven und Muskelfasern auskennen und wissen, wo, wie viel Botox eingespritzt werden darf. Nebenwirkungen wegen falscher Dosierung oder Einstichstelle sind äußerst unangenehm und der Patient hat nur die Möglichkeit geduldig abzuwarten, bis die Wirkung nach mehreren Monaten nachlässt. Sich einer Botoxbehandlung bei einer entsprechenden Party zu unterziehen, sollte also gut überlegt sein und ist eine ganz individuelle Entscheidung.

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