Pfusch bei Schönheitsoperationen - Wie kann ich mich absichern?

2011-12-20 20:17 -

Fehler passieren immer wieder, auch im Bereich der ästhetischen Chirurgie. Dellen nach Fettabsaugungen oder schiefe Brüste nach einer Vergrößerung sind die häufigsten Schönheitsfehler.

Viele Patienten sind unsicher, wissen nicht, an wen sie sich wenden können für Informationen und Aufklärung. Denn das größte Problem der ästhetischen Chirurgie ist die Tatsache, dass es keine allgemeingültige Ausbildung gibt, die nur diesen Ärzten erlaubt, ästhetisch-chirurgische Eingriffe zu machen. Kieferchirurgen können Brüste vergrößern, Gynäkologen operieren Nasen, Hausärzte saugen Fett und Zahnärzte operieren Augenlider. Zurzeit darf jeder approbierte Arzt nach dem Heilkundegesetz operieren. Ob er sein Können gelernt und geübt hat, das prüft niemand, denn „Schönheitschirurg“ darf sich jeder nennen. Die meisten Patienten wissen das gar nicht, glauben schönen Empfangsbereichen und Hochglanzprospekten in der Praxis. Zwischen 3000 und 4000 Ärzte bieten in Deutschland ästhetische Chirurgie an, ohne dafür speziell zertifiziert zu sein. Oft geht es gut, manchmal aber nicht. Oft bleibt dem Patienten nur die Spekulation darüber, wie gut der Arzt ist, der einen behandelt. Und daher wird auch viel Pfusch angeboten.

Was passiert, wenn doch mal was schief geht? Wer ist verantwortlich und wer übernimmt die Kosten für eine Korrektur, für Nachbehandlungen oder im schlimmsten Fall den Aufenthalt auf der Intensivstation?

Prinzipiell lässt sich sagen, dass der Patient die Kosten selber tragen muss. Sollte die Operation schon vorher von der Krankenkasse genehmigt worden sein, wenn zum Beispiel der zu große Busen starke Rückenschmerzen verursacht, dann kommt sie auch für die Kosten für Nachbehandlungen oder Korrekturen auf. Wenn die Operation aus rein ästhetischen Gründen gemacht wurde und daher selber bezahlt wurde, dann übernimmt die Kasse auch keine Kosten für Folgeschäden wie Thrombosen, Entzündungen oder Korrekturen.

Einen Anspruch auf Schadensersatz hat man meist auch nicht, da der Patient vor der Operation Unterlagen unterschreiben muss, die den behandelnden Arzt von Schadensersatzklagen freisprechen. Der Patient ist mit Unterschrift damit einverstanden. Sollte Schadensersatz erstritten werden, ist der meiste minimal und deckt bei weitem die Kosten nicht. Eine neue Versicherung, die „AIG Medassure“ soll an dieser Stelle einspringen. Die Versicherung übernimmt die Selbstbeteilungskosten bis zu einer Höhe von 250 000 Euro für die Nachsorge. Je nach Art des Eingriffes kostet die Versicherung zwischen 80 und 120 Euro, Raucher zahlen 20 Prozent mehr. Allerdings muss auch bei dieser Versicherung genau hingesehen werden. Denn nicht alle Folge-Komplikationen werden mit versichert. Also bleibt auch weiterhin die Vorsorge, die Information und die Auswahl der Klinik und des Arztes die beste Versicherung gegen Pfusch am eignen Körper.

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