Schönheitsoperationen bei Kindern

2012-02-17 13:38 -

„Du Elefant“, „Dumbo“ oder „mit den Ohren kannst Du sicher fliegen“. Solche Sprüche hören Kinder schon im Kindergarten und fangen an, unter Ihren abstehenden Ohren zu leiden. Werden oft zu Außenseitern, entwickeln kein Selbstbewusstsein, ziehen sich zurück, haben keine Freunde und fühlen sich hässlich. Viele gehen damit nicht zu Ihren Eltern, aber Eltern merken, wenn die Kinder sich unwohl fühlen, keinen Anschluss finden an Gleichaltrige und gehänselt werden. Und überlegen dann, ob denn eine Operation der Ohren das Problem lösen könnte. Ist ja eigentlich nur ein kleiner Eingriff, der ambulant in den meisten Kliniken vorgenommen werden kann. Aber darf man sein Kind ohne medizinischen Grund unters Messer schicken? Und ab wann können Kinder das selber entscheiden? Gesetzlich können Kinder erst ab 18 Jahren selber die Verantwortung für einen solchen Eingriff übernehmen. Sollte etwas schief gehen, haften die Eltern dafür.

Und darf ich meinem Kind zumuten, einen Makel im Aussehen durch eine Operation zu beheben, anstatt daran zu wachsen und zu einem noch selbstbewussteren Menschen zu werden als andere? Für prominente Erwachsene wie den Schauspieler Dominique Horwitz oder Prinz Charles können sie ein Markenzeichen sein, und auf viele Menschen wirken sie sympathisch. Darf ich meinem Kind das also nehmen?

Medizinisch gesehen ist der Eingriff eine Kleinigkeit. Im Schulalter fangen die Witzeleien anderer Kinder meist an. Medizinisch empfiehlt sich das letzte Vorschuljahr als idealer Zeitpunkt, wenn Eltern Ihr Kind operieren lassen wollen. Mit fünf, sechs Jahren wächst der Ohrknorpel kaum noch, ist aber immer noch relativ weich und formbar und verheilt schnell. Daher sagen die meisten behandelnden Ärzte, meist Kinderchirurgen, Hals-Nasen-Ohren-Chirurgen, ästhetisch-plastische Chirurgen sowie Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen, dass dieser Zeitpunkt der beste für eine Operation ist. Früher wachsen die Ohren noch zu stark und die Hänseleien sind meisten noch zurückhaltend.

Das Anlegen der Ohren wird in Deutschland auf drei verschiedene Arten operiert:  Es gibt eine Nahttechnik, bei der resorbierbare Fäden aus Seide oder Goretex durch den Ohrknorpel gezogen und so gespannt und verknotet, dass sich die Anthelix-Falte bildet bzw. stärker hervortritt, eine Schnitt-Ritz-Techniken, bei der der Chirurg den Ohrknorpel durch Abschaben, Einritzen und Einschneiden so verkleinert, bis sich dieser formen lässt oder eine Kombination aus diesen beiden Techniken. Die Operation wird unter Vollnarkose und ambulant durchgeführt. Nach der Operation müssen die Kinder noch Bandagen und Stirnbänder tragen, aber nach etwa zwei Wochen ist alles überstanden und die Ohren stehen nicht mehr weit vom Kopf ab.

Diese Operation ist weit verbreitet und wird relativ oft durchgeführt, und doch bleibt natürlich ein Risiko, wie bei jedem Eingriff. Wenn also Eltern entscheiden, ihr Kind operieren zu lassen, dann am besten im Alter von fünf, sechs Jahren.

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