Veneers - Teil 2 unserer Zahnmedizinserie

2012-04-25 18:32 -

Überblick:

Veneers sind dünne Keramikschalen, mit denen sich kleine Fehler am Zahn verstecken lassen. Der Eingriff ist relativ schmerzarm und erstreckt sich in der Regel über zwei Termine beim Zahnarzt. Nach einer guten Behandlung kann man ein Veneer nicht von einem echten Zahn unterscheiden. Übersetzt bedeutet Veneer so viel wie Fassade.

Ausgangssituation:

Mit Veneers lassen sich verschiedene Fehler an der Zahnoberfläche verstecken. Mit den dünnen Keramikschalen sind sowohl Verfärbungen als auch Mängel an den Zähnen zu kaschieren. Sind die Abstände zwischen den Zähnen zu groß oder fügen sich einzelne Zähne aufgrund von Größenunterschieden sowie Fehlstellungen nicht in das Gesamtbild ein, können Veneers helfen. Auch nach Unfällen, bei denen die Zähne Schaden genommen haben, sind Veneers eventuell eine gute Möglichkeit, um die Schäden zu verstecken.

Methoden

Um Veneers herzustellen, gibt es im Wesentlichen drei Methoden.

Im Chairside-Verfahren werden die Veneers in einer einzigen Sitzung erstellt. Die betroffenen Zähne werden detailliert vermessen und die Farbe bestimmt. Mittels eines speziellen Computersystems werden Daten aufgenommen, weiterverarbeitet und vom System zu Veneers umgewandelt. Der Zahnarzt bringt nun lediglich die Veneers auf die entsprechenden Zähne auf und härtet sie mit Licht aus. In der Praxis kommt das Chairside-Verfahren allerdings eher selten zum Einsatz. Zum einen ist das Computersystem in der Anschaffung für den Zahnarzt sehr teuer, zum anderen können die so gefertigten Veneers das Aussehen von handgefertigten Exemplaren nicht erreichen.

Beim Labside-Verfahren werden die Veneers von einem Zahntechniker im Labor hergestellt. Nachdem der Zahnarzt vom Gebiss des Patienten einen Abdruck genommen hat, erfolgt eine genaue Vermessung der Zähne. Anhand der Befunde erstellt der Zahntechniker handgefertigte Keramikschalen, die in der Regel durch ihre hervorragende Passform überzeugen. In einer zweiten Sitzung klebt der Arzt die Veneers auf die vorher angeschliffenen Zähne.

In den USA wurden sehr dünne Veneers entwickelt, die auf die Zähne aufgeklebt werden, ohne dass diese vorher angeschliffen werden müssen. Man spricht von nicht-invasiven Veneers. Trotz der feinen Schicht der Veneers fallen diese aber häufig optisch negativ ins Auge.

Vorbereitung, Ablauf und Nachsorge

Bevor Veneers angefertigt werden, erfolgt durch den Zahnarzt eine professionelle Zahnreinigung. Damit das Veneer später ideal sitzt und nicht auffällt, müssen alle Beläge sowie Zahnstein entfernt werden. Außerdem ist es wichtig, dass die Zähne gesund sind, Karies also nicht vorhanden ist beziehungsweise behandelt wird. Liegen starke Verfärbungen des zu behandelnden Zahns vor, ist unter Umständen ein vorheriges Bleaching notwendig. Da die Keramikschalen sehr dünn und lichtdurchlässig sind, könnten die Verfärbungen sonst durch das Veneer schimmern.

Wenn die Zähne auf diese Weise vorbehandelt wurden, werden die betroffenen Zähne angeschliffen. Etwa 0,3 Millimeter werden im Allgemeinen vom Zahnschmelz abgetragen, damit ein ästhetisch zufrieden stellendes Ergebnis erreicht wird, wenn das Veneer aufgesetzt wird. Je nach Zustand des Zahnes kann es aber notwendig sein, mehr vom Zahn abzuschleifen. In der Zeit, in der das Veneer hergestellt wird, erhält der Patient ein Provisorium aus Kunststoff, um den frei liegenden Zahn vor Einflüssen und Reizungen zu schützen.

Wenn das Keramikveneer fertig gestellt wurde, wird der Zahn in der zweiten Sitzung vom Zahnarzt gereinigt, getrocknet und mit speziellen Klebern behandelt, damit das Veneer zuverlässig am Zahn klebt. Diese Prozedur nimmt im Allgemeinen eine halbe Stunde in Anspruch.

Zwar sind Veneers eine Anschaffung für eine lange Zeit, dennoch sollte man im Umgang mit ihnen sorgsam sein. Stöße gegen die dünnen Keramikschichten sollte man vermeiden. Knirscht man nachts mit den Zähnen, ist es nun höchste Zeit, sich eine Knirschschiene anfertigen zu lassen. Das Öffnen einer Bierflasche mit den Zähnen, Fingernägel kauen oder eine zu harte Zahnbürste sollte man vermeiden.

Komplikationen und Risiken

Die Komplikationen, die beim Anfertigen und Tragen von Veneers auftreten, sind relativ gering. Beim Abschleifen von der Zahnoberfläche achtet ein sorgfältig arbeitende Zahnarzt darauf, nur so viel wie nötig abzuschleifen, so dass hier keine Beschwerden zu erwarten sind. Werden die Veneers nicht passgenau aufgeklebt, können Spalten entstehen, in denen sich Bakterien ansammeln, die zu Entzündungen führen können. Solche Veneers brechen außerdem leichter ab.

Keramik wird von vielen Menschen sehr gut vertragen. Im Allgemeinen löst Keramik keine allergischen Reaktionen aus.

Beim gegenüberliegenden Zahn können theoretisch Abreibungen auftreten, da die Keramikschale härter ist als der normale Zahn.

Kostenvergleich:

Die Kosten für ein Veneer eines Zahns beginnen bei zirka 400 Euro. Je nach notwendigen Vorbehandlungen steigt der Preis.

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