Zahnaufhellung / Bleaching - Teil 1 unserer Zahnmedizinserie

2012-03-31 13:42 -

Überblick

Von Bleaching spricht man, wenn man sich verfärbte Zähne mittels chemischer oder physikalischer Hilfsmittel aufhält. Besonders die chemischen Bleachings beim Zahnarzt, bei denen Bleichmittel auf die Zähne aufgetragen werden, gelten als sehr erfolgsversprechend. Mit ihnen gelingt es in vielen Fällen, die Zähne je nach Startfarbe um bis zu neun Nuancen heller werden. Gerade Menschen, die viel in der Öffentlichkeit stehen oder ein ausgeprägte ästhetisches Empfinden haben, sind von einem Bleaching der verfärbten Zähne angetan.

Ausgangssituation

Sobald man sich mit jemandem unterhält, fällt früher oder später der Blick auf die Zähne. Selbst wenn die Zähne gesund sind, können dann gelbliche oder braune Verfärbungen das Gesamtbild des Gegenübers negativ erscheinen lassen.

Verfärbte Zähne sind allerdings in vielen Fällen nicht auf eine mangelnde Hygiene zurückzuführen. Es gibt einige Gründe, warum Zähne ihre natürliche Helligkeit verlieren. Zum einen sind hier Gewohnheiten, wie Rauchen, Kaffee, Schwarztee oder Rotwein trinken, zu nennen. Aber auch die Einnahme von Antibiotika oder übermäßige Floureinlagerungen können neben der natürlichen Verfärbung im Laufe des Alterns zu einer Gelbfärbung der Zähne führen.

Methoden

Der Zahnarzt bietet im Rahmen der ästhetischen Zahnmedizin verschiedene Methoden des Bleachings an. Beim Homebleaching wird dem Patienten beim Zahnarzt mittels eines Abdrucks eine individuelle Schiene erstellt. Auf diese Schiene gibt man zuhause ein Bleichmittel und trägt sie entweder tagsüber für einige Stunden oder nachts beim Schlafen. Wichtig ist, dass die Schiene exakt passt, da sonst Bleichmittel austreten kann und Beschwerden auftreten. Die Schiene wird etwa eine Woche getragen, dann ist das Bleaching abgeschlossen.

Besonders schnell werden verfärbte Zähne beim Office-Bleaching – also in der Zahnarztpraxis - gebleicht. Das Zahnfleisch wird zum Schutz vor dem Bleichmittel mit einer Schutzschicht abgedeckt. Nun wird das Bleichmittel auf die sichtbare Vorderseite der Zähne aufgetragen und mit Licht oder Laser aktiviert. Das im Bleichmittel enthaltene Wasserstoffperoxid setzt beim Zerfall aktiven Sauerstoff frei, der mit der Oberfläche der Zähne reagiert und Farbpigmente aufspaltet. Die Zähne werden heller. Im Allgemeinen dauert ein solcher Vorgang etwa eine Stunde. Im Anschluss werden die behandelten Zähne mit einem Schutzmittel versiegelt.

Verfärbungen der Zähne treten außerdem auf, wenn die Nerven abgestorben sind. Auch diese Zähne lassen sich beim Zahnarzt bleichen. Der Zahnarzt stellt dazu am Zahn eine kleine Öffnung her, über die etwas mit Wasserstoffsuperoxid getränkte Watte in den Zahn gegeben wird. Die Watte bleibt für einige Tage im Zahn enthalten. Ist die gewünschte Farbnuance erreicht, wird sie entfernt und das Loch mit einer Kunststofffüllung verschlossen. Alternativ kann die Behandlung wiederholt werden, wenn das Bleaching nicht stark genug ausgefallen ist.

Vorbereitungen

Bevor der Zahnarzt ein Bleaching, egal welcher Art, durchführt, findet in der Regel eine professionelle Zahnreinigung statt, bei der Ablagerungen von Genussmitteln entfernt werden. Sind die Verfärbungen der Zähne lediglich oberflächlich, reicht eventuell schon eine gründliche Politur, um eine Farbveränderung zu erreichen.

Wenn Karies vorhanden ist, Zahnhälse und –wurzeln frei liegen oder Füllungen beziehungsweise Kronen undicht sind, muss vor dem Bleaching eine entsprechende Behandlung stattfinden. Wird dies nicht gemacht, kann durch das Bleichmittel eine starke Reizung der erkrankten Bereiche stattfinden.

Risiken, Komplikationen

Auch wenn Bleaching relativ ungefährlich ist, kann es hier zu Nebenwirkungen beziehungsweise Komplikationen kommen. Neben allergischen Reaktionen auf die im Bleichmittel enthaltenen Stoffen kann es besonders beim Home-Bleaching zu Reizungen der Mundschleimhaut kommen. Dies tritt auf, da man nachts im Schlaf nicht bemerkt, wenn Bleichmittel über die Schiene austritt und auf das Zahnfleisch übergeht. Diese Reizungen sind unter Umständen schmerzhaft und können zu Entzündungen des Zahnfleischs führen. Tritt Bleichmittel aus und wird verschluckt, kann die Magenschleimhaut mit Reizungen reagieren. Allerdings wird die Wahrscheinlich für solche Risiken minimiert, wenn die Schiene perfekt angepasst ist und die Menge des Bleichmittels wie verschieben eingesetzt wird.

In den ersten Tagen nach einem Bleaching reagieren die Zähne eventuell auf Kälte oder Wärme empfindlicher als gewohnt. Dieser Effekt gibt sich aber in der Regel nach drei Tagen.

Je nach Ernährungsgewohnheiten hält der Effekt einer Zahnbleichung bis zu mehreren Jahren an. Dann ist eventuell ein erneutes Bleaching notwendig, wenn die helle Farbe erhalten werden soll. Da Kunststofffüllungen nicht gebleicht werden können, müssen sie nach einem Bleaching unter Umständen erneuert werden, da sie farblich nun auffallen können.

Preis

Wer sich seine Zähne im Office-Bleaching verschönern lassen will, muss bis 700 Euro rechnen. Die Kosten für Home-Bleaching liegen zwischen 300 und 700 Euro. Werden einzelne Zähne von innen gebleicht, muss man mit bis zu 100 Euro pro Zahn rechnen.

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