Zahnfleischkorrektur - Teil 4 unserer Zahnmedizinserie

2012-04-30 14:49 -

Überblick

Eine Zahnfleischkorrektur ist für solche Menschen interessant, die aufgrund von zu viel oder zu wenig Zahnfleisch Beschwerden haben. Einige Menschen stören sich außerdem am ästhetischen Bild, welches entsteht, wenn zu viel Zahnfleisch sichtbar ist. Mittlerweile gibt es zahlreiche Verfahren, mit denen das Zahnfleisch korrigiert wird. Nach Befundstellung wird der Zahnarzt entscheiden, welche beim Patienten durchführt wird.

Die Korrekturen werden häufig in örtlicher Betäubung durchgeführt und sind daher schmerzarm.

Gründe

Zahnfleischkorrekturen werden sowohl aus medizinischen als auch ästhetischen Gründen durchgeführt.

Kommt es zu einer Rezession, das Zahnfleisch bildet sich in einem solchen Fall am Übergang von weichem Gewebe zum Zahn zurück, ist es nicht breit genug. Chronische Zahnfleischentzündungen, Verletzungen, Zahnfehlstellungen oder die falsche Technik beim Zähneputzen können zu einer Zahnfleischrezession führen. Auch wenn das Lippenbändchen falsch gewachsen ist oder das Größenverhältnis zwischen Knochen und dem aufsitzenden Zahn nicht stimmt, kann dies zu einer Schädigung des Zahnfleischs führen.

Empfindliche Zahnhälse, Beeinträchtigungen beim Kauen oder das vermehrte Auftreten von Karies sind unter anderem auf ein vermindertes Zahnfleisch zurückzuführen. Zahnfleischkorrekturen können hier helfen, die Beschwerden zu beseitigen.

Auch das so genannte Gummy-Smile lässt sich durch eine Zahnfleischkorrektur lindern. Hier ist scheinbar zu viel Zahnfleisch vorhanden, so dass dies beim Lächeln in den Vordergrund rückt. Gründe für das Gummy-Smile sind zum Beispiel eine Hyperaktivität des Oberlippenmuskels beim Lächeln. Auch eine zu straffe Verbindung zwischen Zahnfleisch und Oberlippe kann dazu führen, dass Zahnfleisch vermehrt sichtbar ist. Zu kleine Zähne oder ein Überschuss an Zahnfleisch sind weitere Ursachen, die zum Gummy-Smile führen.

Methoden

Zahnfleischrezessionen werden in verschiedenen Verfahren durchgeführt. Gemeinsam haben sie jedoch, dass im Bereich der Zahnwurzel Gewebe transplantiert wird. Je nach Zustand des Zahnfleisches entscheidet der Kieferorthopäde, welches Verfahren zum Einsatz kommt. Über einen Schnitt in das Zahnfleisch oder zwischen Zahnfleisch und Knochenhaut wird das Transplantat angebracht und fixiert. Eine kleine Naht verschließt die Wunden.

In Kombination mit solchen Methoden kann eine resorbierbare Membran eingelegt werden, wenn außerdem Störungen bei der Regeneration von Knochen bestehen. Die Membranen können einen Knochenverlust im Rahmen einer Rezession verhindern.

Sitzt das Lippenbändchen zu hoch, kann es unter Lokalnarkose durchtrennt oder nach Lösung an andere Stelle verlagert werden.

Bei einem Gummy-Smile wird zum Beispiel mit dem Nervengift Botox gearbeitet, wenn der Oberlippenmuskel zu stark ausgeprägt ist. Durch die Injektion mit Botox wird der Muskel teilweise gelähmt und das Zahnfleisch beim Lächeln weniger sichtbar.

Der plastische Chirurg oder Kieferorthopäde kann außerdem durch eine Durchtrennung des Oberlippenmuskels erreichen, dass dieser sich beim Lächeln weniger hochzieht. Im Gegensatz zu Botox-Injektionen ist die Muskel-Durchtrennung dauerhaft.

Ist die Verbindung zwischen Oberlippe und Zahnfleisch zu stark, lässt sich dies durch einen chirurgischen Eingriff ebenfalls beheben. Eine solche Verbindung kann so stark ausgeprägt sein, dass das Zahnfleisch sogar bei einem ernsten Gesichtsausdruck zu sehen ist.

Bei einigen Menschen ist aber einfach zu viel Zahnfleisch vorhanden. In diesem Fall kann der Zahnarzt das überschüssige Gewebe entfernen. Sind hingegen die Zähne zu klein, lassen sie sich durch Veneers oder Kronen vergrößern und das Missverhältnis aufheben.

Vor-/Nachsorge

Bevor eine Zahnfleischkorrektur stattfinden kann, wird der Zahnarzt oder Kieferorthopäde den Mundraum untersuchen und behandeln. Gerade Verletzungen oder Entzündungen am Zahnfleisch sollten erst abheilen, bevor hier Eingriffe stattfinden.

Da eine falsche Technik beim Zähneputzen zu einer Rezession des Zahnfleischs führen kann, wird der Patient im richtigen Umgang geschult, damit das Ergebnis möglichst lang anhaltend ist.

Je nachdem, welches Verfahren zur Zahnfleischkorrektur durchgeführt wurden, ist die Nachsorge unterschiedlich. Häufig muss der Patient in den ersten Tagen mit einer desinfizierenden Lösung den Mundraum spülen, um Erreger abzutöten.

Heiße Getränke sollte man in den ersten Tagen nach dem Eingriff vermeiden, ebenso wie Alkohol, Nikotin oder scharfe, reizende Lebensmittel, da diese den Wundheilungsprozess aufhalten können.

Nach etwa einer Woche werden eventuell gesetzte Fäden gezogen.

Risiken

Bei einer Zahnfleischkorrektur können verschiedene Komplikationen auftreten, allerdings sind diese selten. Allergische Reaktionen auf das Narkosemittel, Wundheilungsstörungen oder Infektionen am operierten Bereich kommen unter anderem vor. Gerade aber Wundheilungsstörungen und Infektionen lassen sich in vielen Fällen durch ein angepasstes Wundmanagement verhindern.

Schwellungen und Schmerzen, die nach dem Eingriff auftreten können, sind relativ normal und verschwinden in der Regel innerhalb der ersten Tage nach der Operation.

Preis

Der Preis für eine Behandlung bei einer Zahnfleischrezession liegt etwa zwischen 450 und 600 Euro. Wird überschüssiges Zahnfleisch entfernt beginnt die Preisspanne bei 350 Euro.

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