Brustverkleinerung

Die wichtigsten Infos auf einen Blick

Mindestaltermin. 18 Jahre
NarkoseartVollnarkose
Aufenthalt1 bis 4 Tage stationär
Dauerca. 2-4 h
Kostenca. ab 3.000 Euro
Arbeitsfähig nach1-2 Wochen
Sport nach6 Wochen
RisikenWundinfektion, Blutergüsse
Brustverkleinerung


Mediziner Fachbegriff: Mammareduktionsplastik

Überblick

Eine Brustverkleinerung kommt in Frage, wenn die Brüste im Verhältnis nicht zum Körper passen oder sie asymmetrisch geformt sind. Eine zu große Brust kann aufgrund ihres Gewichts zu Haltungsschäden, Verspannungen bis hin zu Rücken-, Schulter- oder Kopfschmerzen führen.

Bei Männern ist die medizinische Indikation seltener gegeben, die psychische Belastung kann jedoch ähnlich groß sein. Das Selbstwertgefühl der Betroffenen sinkt, Depressionen sind häufig und das Intimleben kann leiden. Da diese Effekte häufig nachgewiesen werden können, profitieren Frauen oft von einer Kostenbeteiligung der Krankenkasse.

Schönheitsoperationen an der Brust zählen zu den häufigsten Schönheitsoperationen, allerdings haben Brustverkleinerungen den kleineren Anteil, sie sind dennoch bereits für viele Ärzte Routine.

Ausgangssituation

Die individuellen Gründe für den Eingriff können bei Mann und Frau asymmetrisch geformte Brüste sein, oder Brüste die nicht zum sonstigen Erscheinungsbild passen oder eine sehr weiblich wirkende Brust beim Mann. Die Größe kann genetisch bedingt sein, starkes Übergewicht zur Ursache haben oder aufgrund einer ungesunde Lebensweise mit Bewegungsmangel und erschlaffte Brustmuskulatur entstehen.

Stark vergrößerte und sehr schwere Brüste können Haltungsfehler, starke Verspannungen und Schmerzen in Rücken, Schultern und Kopf nach sich ziehen. Seelische Beeinträchtigungen des Selbstwertgefühls können dadurch erfolgen, dass die Betroffene oder der Betroffene auf die Brust reduziert wird und nicht mehr als Persönlichkeit wahrgenommen wird. Hinzu kommen ästhetische Gründe, die Patienten dazu bringen können, sich diesem Eingriff zu unterziehen.

Das Ziel jeglichen Eingriffs ist das Abstellen dieser physischen oder psychischen Probleme. Dabei soll die ästhetische Wirkung des Gesamtbildes wieder hergestellt werden. Besonders häufig ist eine Brustverkleinerung mit einer Bruststraffung verbunden. Bei kosmetischen Gründen wird oftmals eine Fettabsaugung oder sonstige Behandlung mit der Brustverkleinerung kombiniert.

Methoden

Wird eine Vollnarkose mit anschließender stationären Überwachung von bis zu vier Tagen durchgeführt. Gängig sind vier Operationsverfahren, die individuelle Vorteile haben, aber nicht für alle Fälle anwendbar sind:

Eine konventionelle Fettabsaugung kommt mit minimalen Einschnitten aus, wodurch das Risiko der Vernarbung minimiert wird. Bei dieser Methode kann nur wenig Brustgewebe und Fettgewebe entfernt werden. Häufig wird eine anschließende Bruststraffung notwendig.

Eine andere Methode wenig Brustgewebe zu entfernen bietet die Schnittführung nach Louis Benelli. Hier wird ausschließlich um den Brustwarzenhof geschnitten und so die Narbenbildung minimiert.

Rund um den Brustwarzenhof wird auch nach Madeleine Lejour geschnitten. Hier wird die überschüssige Haut unter der Brustwarze gerafft. So werden die späteren Narben verdeckt.

Bei der Methode nach Jan O. Strömbeck wird um den Brustwarzenhof geschnitten, dann vertikal bis zur Brustfalte, wo das überschüssige Gewebe entnommen wird. Anschließend wird die Brustwarze weiter nach oben versetzt.

Welche Methode im Einzelfall angewendet wird, wird im Beratungsgespräch vom Chirurgen und dem Patienten vor dem Eingriff geklärt. Hier wird ein Kompromiss zwischen den Wünschen und den medizinischen Möglichkeiten gefunden.

Vorbereitung, Ablauf & Nachsorge

Zur Vorbereitung der Operation sollte bei übergewichtigen Personen deren Gewicht reduziert werden, um die einhergehenden Risiken wie Kreislaufprobleme einzuschränken. Die Massage oder das Eincremen um die Durchblutung der Haut zu fördern ist ebenfalls günstig für den Heilungsverlauf. Eine intensive Besprechung zwischen Patient und Chirurg muss zwingend stattfinden, um alle Fragen, Ängste und Bedenken des Patienten auszuräumen. Der Chirurg muss eine gründliche Anamnese vornehmen und nach allen etwaigen Risikofaktoren wie Rauchen, Einnahme von Medikamenten, bekannten Vorerkrankungen und familiären Vorbelastungen fragen. Nach einer Vermessung wird er eine Schnittführung auswählen und auf dem Körper des Patienten die Schnittführung skizzieren.

Der Eingriff selber dauert etwa drei Stunden. Danach wird eine Drainage für das Wundsekret gelegt, die Wunde desinfiziert und ein Druckverband angepasst. Dieser Verband wird einige Tage nicht gewechselt. Erst nach nochmaliger Kontrolle, Desinfektion und nach einem Verbandswechsel kann der Patient die Klinik verlassen. Nachdem der Verband entfernt wurde, muss ein Stütz-BH getragen werden. Danach werden etwa zwei Wochen Schonzeit benötigt. Auf körperliche Belastungen und Sport sollten mindestens weitere sechs Wochen verzichtet werden. Direkte Sonneneinstrahlung sollte sechs Monate nicht erfolgen.

Komplikationen und Risiken

Eine Brustverkleinerung ist eine Operation und birgt die Risiken  von Kreislaufproblemen, Wundinfektionen und schweren Hämatomen. Durch ein eingehendes Vorgespräch können Risikofaktoren wie Medikamentenunverträglichkeiten weitestgehend ausgeschlossen werden. Auch die korrekte Wundversorgung und Desinfizierung und die generelle Einhaltung der Behandlungsempfehlungen des Arztes minimieren das Risiko. Jedoch treten in einem sehr geringen Anteil von 5% der Eingriffe Komplikationen auf, die schnell behoben werden können, wenn sie dem Mediziner gemeldet werden.

Bei Frauen besteht die Möglichkeit, dass die Stillfähigkeit nach einem solchen Eingriff eingeschränkt ist oder das Stillen ganz unmöglich gemacht wird. Auch kann durch die Schwangerschaft die Form der Brüste wieder verändert werden. Ähnliches ist der Fall, wenn der Grund in den großen Brüsten der ungesunde Lebenswandel des Patienten war. Wird dieser nicht geändert, kann sich die Brust wieder vergrößern.

Kosten

Je nach Methode und zu entfernendem Gewebe kann der Patient in Deutschland mit etwa 3.000 EUR  bis 7.000 EUR kalkulieren. Dieser Preis schwankt je nach Reputation des Chirurgen und des Krankenhauses. Kann eine medizinische Indikation nachgewiesen werden, beteiligt sich die Krankenkasse an den Kosten. Die Beantragung der Kostenbeteiligung ist jedoch langwierig und beinhaltet das Konsultieren vieler Ärzte.

Im Ausland werden die Kosten um bis zu 50% gesenkt. Hier sollte jedoch bedacht werden, ob noch versteckte Kosten auf den Patienten zukommen. Im Vorfeld sollte klar sein, was passiert, wenn Komplikationen auftreten.

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