7 Fakten über das (Problem) Schwitzen

7 Fakten über das (Problem) Schwitzen
Von Schoenheitsklinik.de
14.08.2018

Schwitzen wird von vielen Menschen als lästig wahrgenommen, Gedanken an Schweißflecken auf T-Shirts und unangenehme Gerüche werden unweigerlich hervorgerufen. Allerdings vergessen dabei die meisten, dass Schwitzen für den menschlichen Organismus lebenswichtig ist. Wird auf ausreichend Hygiene geachtet, ist das wässrige Sekret kein Problem im Alltag. Doch es gibt krankhafte Veränderungen bei der Schweißproduktion, die für großen Leidensdruck bei den Betroffenen sorgen können.

Schwitzen ist lebenswichtig

Grundsätzlich ist Schwitzen eine lebenswichtige Funktion des Körpers. Ziel ist nicht nur die Abkühlung der Haut, sondern auch der inneren Organe, denn dabei wird Wärme abgegeben. Schweiß besteht zu zirka 99 % aus Wasser und Elektrolyten, Lactat, Aminosäuren, Harnstoff, Zucker und Ascorbinsäure. Neben der Thermoregulation dient Schweiß der Fortpflanzung, da im Schweiß Duftstoffe enthalten sind, die auf die Partnerwahl einen erheblichen Einfluss haben.

Männer und Frauen schwitzen unterschiedlich

Forscher konnten herausfinden, dass Männer bei körperlichen Anstrengungen schneller und stärker schwitzen als es bei Frauen der Fall ist. Die Studie konnte zeigen, dass Männer beim Sport im Gegensatz zu Frauen deutlich mehr Schweiß produzieren. Im Alltag dürfte dieser Unterschied kaum auffallen. Grund für die unterschiedlich stark ausgeprägte Schweißproduktion beider Geschlechter ist evolutionär. Männer mussten sich als Jäger körperlich deutlich mehr anstrengen als Frauen, sie waren daher auf einen guten Kühlungseffekt ihres Körpers angewiesen. Ein reduzierter Flüssigkeitsverlust war außerdem für Frauen, die von Natur aus einen geringeren Anteil an Wasser im Körper haben, von Vorteil, da sie so besser an das heiße Klima angepasst waren.

Zwei Arten des Schwitzens

Es werden zwei Arten des Schwitzens unterschieden.

  1. Das thermoregulatorische Schwitzen ist ein über die Jahrtausende entstandenes typisches Merkmal für einen Menschen, ursächlich ist der Hypothalamus im Zwischenhirn in Zusammenarbeit mit der Hypophyse. Der Hypothalamus steuert das vegetative Nervensystem und ist verantwortlich bei Belastungen im Körper das innere Milieu im Gleichgewicht zu halten. Unter anderem ist es daher seine Aufgabe, die Körpertemperatur zu regulieren.
  2. Häufig wird von einem emotional bedingten Schwitzen gesprochen, wenn vor allem Achseln, Füße, Hände und das Gesicht betroffen sind. Auslöser sind emotional erregende Situationen, auf die das limbische System mit Schwitzen reagiert.

Bakterien verursachen Schweißgeruch

Das wässrige Sekret, welches in den Schweißdrüsen produziert wird, ist völlig geruchlos. Erst durch den Kontakt mit Bakterien auf der Haut entsteht der typische Schweißgeruch. Einzig die Pubertät bildet eine Ausnahme, dort hat der Schweiß meist sofort einen unangenehmen Geruch, ursächlich dafür sind Hormone. Durch die Benutzung von Deos und ausreichender Hygiene ist dieser Geruch allerdings kaum wahrnehmbar.

Die Bakterien zersetzen die langkettigen Fettsäuren in kürzere Ketten, die typisch für Ameisen- und Buttersäure sind und entsprechend sauer riechen. Bakterien mögen besonders warme Gebiete, wie es sie an den Füßen und vor allem unter den Achseln gibt, daher entsteht dort besonders der strenge Geruch nach Schweiß. Wie stark und wonach der Schweiß riecht hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab:

  • Ernährung
  • Hormone
  • Konsum von Alkohol
  • sogar das eigene Geschlecht beeinflusst den individuellen Geruch maßgeblich

Schwitzen kann zum Problem werden

Wird in den Schweißdrüsen zu viel Schweiß produziert, sprechen Mediziner von einer Hyperhidrose. Von dieser Erkrankung sind schätzungsweise ein bis zwei Prozent der Bevölkerung betroffen und sie tritt völlig unabhängig von äußeren Einflüssen, Jahreszeiten und körperlichen Anstrengungen auf.

  • Eine primäre Hyperhidrose kann angeboren sein und bereits im Kinder- und Jugendalter auftreten. Die Ursache für diese Form der Hyperhidrose ist bislang nicht gefunden worden.
  • Die sekundäre Hyperhidrose ist die Folge einer anderen Grunderkrankung. In Frage kommen hormonelle Veränderungen, Arzneimittelnebenwirkungen, Übergewicht oder Kreislaufprobleme.

Das übermäßige Schwitzen hat zwar keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, führt allerdings zu einem nicht unerheblichen psychischen Leidensdruck bei den Betroffenen. Betroffen sind insbesondere Hände, Fußsohlen und Achselhöhlen. Übermäßige Schweißproduktion am Kopf und anderen Körperstellen ist möglich, allerdings nicht so häufig.

Hyperhidrose ist eine Schwitzstörung, die behandelt werden kann

Mittlerweile gibt es einige sowohl konservative als auch operative Methoden, um gegen die übermäßige Schweißproduktion vorzugehen. Ziel ist es vor allem in den betroffenen Regionen die Schweißdrüsen entweder zu entfernen oder sie durch verschiedene Wirkstoffe untätig zu machen. Die Möglichkeiten zur Behandlung der Hyperhidrose kann in drei Gruppen eingeteilt werden. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft empfiehlt ein stufenweises Vorgehen und die Abstimmung der Therapiemethode auf das Ausmaß der Erkrankung.

Konservative Therapieoptionen gegen starkes Schwitzen:

  • lokale Applikation von Aluminiumchlorid: Ziel ist die dauerhafte Zurückbildung der Schweißdrüsen mit 95 % Erfolgsquote
  • Leitungswasser-Iontophorese: die Wirkung ist bisher ungeklärt, kein Einsatz von Medikamenten mit 80 % Erfolgsquote
  • intrakutane Injektion von Botulinumtoxin: hemmt die Schweißproduktion

Operative Verfahren bei Hyperhidrose:

  • endoskopische Sympathektomie: Zerstörung oder Abklemmung der Nerven in der Brustwirbelsäule, hohes Operationsrisiko
  • axilläre Kürettage: Absaugen der Schweißdrüsen
  • Liposuktion: Entfernung der Schweißdrüsen

Bei Vorliegen einer generalisierten Hyperhidrose wird ein medikamentöser Ansatz mit Anticholinergika und Psychopharmaka empfohlen.

Der Hyperhidrose-Check gibt einen ersten Hinweis

Besteht ein psychischer Leidensdruck durch das Schwitzen, sollte grundsätzlich ein Arzt aufgesucht werden. Der Fachverlag Gesundheit & Medizin stellt einen Online-Test zur Verfügung, bei dem durch verschiedene Frage der eigene Verdacht auf ein krankhaftes Schwitzen bestätigt werden kann. Der Online-Test ersetzt allerdings keinen Arztbesuch, sondern gibt nur erste mögliche Hinweise.

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