Der umstrittene Fall von Vaginalnetzen

Der umstrittene Fall von Vaginalnetzen
Von Schoenheitsklinik.de
10.07.2018

Die Schwangerschaft ist einer der besonderen Momente in dem Leben einer Frau. Die Empfindungen, die sie erleben, wenn sie beginnen, ihr Baby in ihren Körper zu fühlen, sind unvergesslich. Es können allerdings auch unangenehme Erinnerungen verbleiben: Dehnungsstreifen, geschwollene Beine, Übergewicht, Harninkontinenz oder Probleme beim Sex können das Privatleben stärker beeinflussen als gewollt.

Der Körper einer Frau erfährt in den Monaten der Schwangerschaft große Veränderungen. Die Gewebe dehnen sich aus, während das Baby im Bauch wächst. Der kleine Körper verursacht Druck auf den Beckenboden. Die Muskel- und Bänderstruktur, die die Blase und den Uterus hält, lockert sich und kann in einigen Fällen zu einem Prolaps der Beckenorgane führen. Sie weichen aufgrund der Schwächung der Beckenstruktur von ihrer ursprünglichen Position ab. Die offensichtlichsten Folgen davon sind Harninkontinenz und Probleme beim Geschlechtsverkehr.

Ein Beckenbodensenkung ist jedoch nicht nur mit einer Schwangerschaft verbunden. Die Menopause kann auch zu einer signifikanten Veränderung der Beckenorgane führen, die ebenfalls Harninkontinenz verursacht. In gleicher Weise ist bekannt, dass Eingriffe wie die teilweise oder vollständige Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) aufgrund des Verlustes der vorliegenden Struktur, die dieses Organ stützt, zu einer Abnahme der Harnröhre führen kann.

Ebenso wenig sollte man die Frauen ignorieren, die anfällig für Verstopfungen sind oder an Fettleibigkeit leiden, Aspekte, die auch negative Auswirkungen auf die Muskelspannung der Beckenstützen haben können.

In der Tat sagen Experten, dass mehr als 50% der Frauen sich einem Eingriff unterziehen müssen, um Probleme im Beckenboden zu korrigieren. Von diesen 50% benötigen mehr als 10% eine Operation.

zh2>Was sind Vaginalnetze?

Um den Beckenbodensenkung zu korrigieren, wurden transvaginale Netze in den 1990er Jahren in Ländern wie den Vereinigten Staaten oder dem Vereinigten Königreich eingesetzt. Diese Netze sind Implantate aus Polyurethan, die in das Gewebe der Vagina gelegt wurden, um jenen Organen (Uterus oder Urethra) Halt zu geben, die einen Vorfall erlitten haben.

Im Jahr 2008 begannen die Probleme mit der Verwendung dieser Vaginalgewebe bekannt zu werden. Viele Frauen erlitten aufgrund der Implantate starke Bauch- und Vaginalschmerzen. Die Food and Drug Administration (FDA) sammelte mehr als tausend Berichte von US-Patienten, die an diesen Problemen litten. Außerdem haben 700 australische Frauen ihren Fall vor Gericht gebracht. Es wird geschätzt, dass weltweit fast 100.000 Frauen ein derartiges Implantat erhalten haben.

Risiken durch die Platzierung von Vaginalnetzen

Wie bereits erwähnt, klagten viele Frauen, die dieses Netz in der Scheide hatten, über starke Bauchschmerzen, die in den meisten Fällen von starken vaginalen Schmerzen begleitet wurden. Zusätzlich zu diesen Komplikationen gab es andere, nicht weniger wichtige Probleme, die die Lebensqualität und die Gesundheit dieser Patientinnen gefährdeten:

  • Chronische Infektionen
  • Probleme bei der Aufrechterhaltung sexueller Beziehungen (die betroffenen Frauen erleiden starke Schmerzen und Blutungen während der Penetration)
  • Perforation der Beckenorgane
  • Beschwerden durch das Reiben des Netzes in der Scheide
  • Harnprobleme (Schmerzen, Stechen, Infektionen, etc.)

Viele dieser Frauen haben weiterhin Probleme, die ihre Liebensqualität einschränkt, weil das Netz in der Nähe einiger Nerven liegt und nicht mehr entfernt werden konnte. Die Schwere und Häufigkeit der Nebenwirkungen hat die FDA gezwungen, die Verwendung dieser Implantate als eine Methode zur Behandlung von Beckenbodensenkung zu überdenken. Die Auswirkungen waren so gravierend, dass im Jahr 2011 eine Erklärung veröffentlich wurde, in der davon abgeraten wurde diese Art von Behandlung zu wählen. Nur wenn es keine andere Möglichkeit gäbe, solle man sich für die Netzimplantate entscheiden.

Welche Alternativen gibt es zur Behandlung von Beckenbodensenkung?

Gegenwärtig bietet die ästhetische Medizin Frauen mit Beckenschwächungsproblemen mehrere alternative Behandlungen an, die es ihnen ermöglichen, ihre intime und persönliche Lebensqualität zurückzuerlangen. Einige davon sind minimal invasiv und benötigen keinen Operationssaal. Bei anderen hingegen kann man eine Operation nicht vermeiden. Die Alternativen werden im Folgenden genauer beschrieben.

Nicht-chirurgische Methoden

  • Beckenübungen. Diese ist die einfachste Methode von allen. Die erste Lösung, die Experten allen Frauen raten, die vaginale Entbindungen hatten oder in der Menopause sind, ist das Durchführen von Beckenübungen. Dabei wird die Muskulatur gestärkt, die die Beckenorgane hält. Wenn die Beschwerden nicht zu stark sind, können diese Übungen das Problem erheblich reduzieren und sogar beseitigen.
  • Vaginale Verjüngung mit Laser. Der Einsatz eines Lasers hat die vaginale Verjüngung revolutioniert, da diese völlig schmerzfreie Behandlung im Gegensatz zu anderen keinen Krankenhausaufenthalt erfordert. Der Laser hilft, den Muskeltonus zu verbessern und baut den Beckenboden wieder auf. Mit dieser Behandlung ist es möglich, Harninkontinenz zu reduzieren und die Vagina zu stärken.
  • Vaginalpessare. Es handelt sich um ein Gerät, das in der Vagina platziert wird, um den Uterus neu zu positionieren und das Absinken dieses Organes zu reduzieren. Im Gegensatz zum Laser birgt die Platzierung von Pessaren in der Vagina gewisse Risiken. Sofern sie nicht für die Laseroperation in Frage kommen, bevorzugen viele Frauen diese Alternative. Diese Entscheidung wird oft getroffen, um einen chirurgischen Eingriff zu vermeiden.

Chirurgische Methoden

  • Vaginoplastik. In einem ernsten Fall von Beckenbodensenkung lässt sich das Problem nicht mit nicht-chirurgischen Behandlungen lösen. Es ist ratsam sich einer Operation zu unterziehen. Der Chirurg nimmt bei dieser Alternative einen Schnitt zwischen Vagina und Anus vor und strafft das Gewebe. Dies führt zu einer Verengung der Vagina.
Frauen, die aufgrund von Schwangerschaften, Geburten oder im Laufe der Jahre an Harninkontinenz leiden oder Probleme haben, zufriedenstellende sexuelle Beziehungen zu haben, sollten sich an einen Chirurgen, der auf Intimchirurgie spezialisiert ist, wenden. Der Spezialist kann den Einzelfall genau beurteilen und die beste Behandlungsmethode empfehlen. Angesichts der Komplikationen, die die Verwendung der Vaginalnetze in der Vergangenheit verursacht hat, scheint deren Platzierung für die Behandlung der Beckenbodensenkung ausgeschlossen zu sein.
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