Diagnose Hyperhidrose - Wie lässt sich die Krankheit feststellen?

Diagnose Hyperhidrose - Wie lässt sich die Krankheit feststellen?
Von Schoenheitsklinik.de
21.08.2018

Starkes Schwitzen ist eine Belastung für die Betroffenen, besonders in wichtigen Situationen wie Bewerbungsgesprächen oder Gehaltsverhandlungen. Schweißflecken unter den Achseln, schwitzende Hände oder Fußgeruch können sogar zur sozialen Isolation führen. Die Schweißproduktion ist bei jedem Menschen unterschiedlich stark. Nicht immer muss das Schwitzen tatsächlich krankhaft sein. Mit verschiedenen Diagnoseverfahren stellt der Arzt fest, ob die Schweißproduktion noch normal ist oder ob es sich um krankhaftes Schwitzen in Form der Hyperhidrose handelt.

Verstärktes Schwitzen oder Krankheit?

Unter starkem Schwitzen leiden viele Menschen. Es tritt unabhängig davon auf, ob in der Umgebung warme oder kalte Temperaturen herrschen. Beim Sport, bei körperlicher Anstrengung, aber auch bei Aufregung produziert der Körper vermehrt Schweiß. Die übermäßige Wärme im Körper wird durch den Schweiß nach außen geleitet. Schweiß dient zum Temperaturausgleich und zur Kühlung. Die Aktivität der Schweißdrüsen wird durch das vegetative Nervensystem geregelt. Es ist für unwillkürlich ablaufende Körperfunktionen zuständig, zu denen neben Schwitzen auch der Kreislauf, die Verdauung oder die Atmung gehören. Die Schweißproduktion kann durch Faktoren wie Stress, Ernährung, Körpergewicht oder hormonelle Umstellungen verstärkt auftreten. Nicht immer muss eine Krankheit vorliegen. Eine Diagnose, ob es sich um krankhaftes Schwitzen oder lediglich um eine verstärkte Schweißproduktion handelt, ist schwierig. Eigene Beobachtungen, das Gespräch mit dem Arzt und verschiedene Testverfahren können Aufschluss geben, ob es sich um eine Hyperhidrose handelt.

Eigene Beobachtunge

Die ersten Hinweise auf krankhaftes Schwitzen können die eigenen Beobachtungen liefern. Subjektives Empfinden beim Schwitzen, die Alltagsgewohnheiten des Betroffenen und die Reaktionen des Körpers sollten dabei berücksichtigt werden. Wer verstärkt schwitzt, sollte sich einige Fragen stellen und beantworten

  • Tritt das Schwitzen plötzlich und unabhängig davon auf, ob es warm oder kalt ist?
  • Tritt das Schwitzen verstärkt am Tag auf, unabhängig von körperlicher Belastung?
  • Muss die Kleidung, da sie durchgeschwitzt ist, mehrmals täglich gewechselt werden?
  • Zeigt die Benutzung von Deodorants keinen Erfolg?
  • Beeinträchtigt das starke Schwitzen die sozialen Kontakte?
  • Wurden Menschen aus dem Umfeld bereits auf das Schwitzen aufmerksam und haben sie das Problem angesprochen?
  • Führt das starke Schwitzen zu Hemmungen oder Verunsicherungen im Berufs- und Privatleben?
  • Wurden berufliche oder private Termine bereits wegen des Schwitzens abgesagt?

Wer mehr als die Hälfte dieser Fragen mit Ja beantwortet, könnte unter einer Hyperhidrose leiden und sollte einen Arzt konsultieren. Zusätzlich sollten Betroffene prüfen, in welchen Situationen sie schwitzen und ob sich die Situationen mit einfachen Ursachen erklären lassen.

Anamnese durch den Arzt

Der Arzt stellt während der Anamnese Fragen zu den alltäglichen Lebensgewohnheiten und zum bisherigen Leben des Betroffenen. Um Hinweise auf eine Hyperhidrose zu erhalten, hinterfragt er die Krankheitsgeschichte des Patienten. Er fragt, ob...

  • ... Stoffwechsel- oder Hormonstörungen bekannt sind.
  • ... eine Patientin sich in den Wechseljahren befindet.
  • ... Diabetes mellitus oder eine Herzerkrankung vorliegt.
  • ... eine Schwangerschaft vorliegt.
  • ... der Betroffene gerade eine fieberhafte Erkrankung erlitten hat.

Damit der Arzt die Diagnose stellen und die geeignete Behandlung vornehmen kann, ist es wichtig, die Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten. Hilfe bei Hyperhidrose können Betroffene bei der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) in Berlin oder im Deutschen Hyperhidrosezentrum (DHHZ) mit Privatdozent Dr. Christoph Schick in München erhalten. Der Arzt kann auch über kompensatorisches Schwitzen als mögliche Folge einer Erkrankung aufklären.

Klinische Befunde

Um die Ursache des übermäßigen Schwitzens herauszufinden, führt der Arzt nach der Anamnese einige Tests durch. Diese Tests sind erforderlich, wenn während des Gesprächs keine klaren Ursachen gefunden wurden. Anhand von Blutuntersuchungen kann festgestellt werden, ob Begleiterkrankungen vorliegen.

Gravimetrie

Die Gravimetrie ist eine Methode zur Messung der Schweißmenge. Mit einem speziell entwickelten Verfahren wird die Schweißmenge mit saugfähigem Filterpapier gemessen. Zuvor wird das Filterpapier ohne Schweiß gewogen. Der Schweiß wird anschließend eine Minute lang mit dem Filterpapier aufgenommen. Danach wird das Papier nochmals gewogen. Eine Hyperhidrose liegt vor, wenn innerhalb einer Minute mindestens 30 Milligramm Schweiß produziert werden.

Jod-Stärke-Test

Mit dem Jod-Stärke-Test wird ermittelt, an welchen Körperstellen der meiste Schweiß auftritt. Auf verschiedene Körperpartien des Patienten wird eine dreiprozentige Jodlösung aufgetragen, die anschließend antrocknen muss. Nachdem die Jodlösung getrocknet ist, wird auf die mit Jodlösung bestrichenen Körperpartien Stärkemehl aufgetragen. Das Stärkemehl feuchtet sich an den Stellen, an denen der Patient am meisten schwitzt, an. Durch die Jodlösung verfärbt es sich dunkelrot, braun oder schwarz. Der Arzt kann mit diesem Test die am meisten schwitzenden Körperareale und deren Größe genau feststellen.

Hautmessung (Evaporimetrie)

Bei der Evaporimetrie misst der Arzt mit einem Feuchtigkeitsmessgerät den Wasserverlust über die Haut. Der Wasserverlust besteht aus Schweiß und aus Wasserdampf, der über die Hautoberfläche ausgetreten ist. Krankhaftes Schwitzen liegt vor, wenn der Wasserverlust bei mehr als 70 g/hm2 liegt.Bei einer Hautmessung kann der Arzt auch den Hautleitwert messen, der die elektrische Leitfähigkeit der Haut anzeigt. Bei einer Hyperhidrose ist der Hautleitwert höher und liegt bei mindestens 150 mSiev.

Blutwerte

Wurde die Ursache für das verstärkte Schwitzen noch nicht geklärt, können Blutuntersuchungen vorgenommen werden. Sie können Aufschluss geben über:

  • Autoimmunerkrankungen
  • Diabetes
  • Infektionen
  • Tumorengeben

Auch hierin kann die Ursache für verstärktes Schwitzen liegen.

Psychologische Befunde

Übermäßiges Schwitzen kann auch psychische oder seelische Ursachen wie Depressionen oder Ängste haben. Wer glaubt, dass das verstärkte Schwitzen darin begründet sein könnte, sollte einen Psychotherapeuten oder Psychologen konsultieren, der eine Diagnose stellen kann.

Bei übermäßigem Schwitzen kann eine Hyperhidrose vorliegen. Subjektives Empfinden führt dazu, dass Betroffene einen Arzt aufsuchen. Der Arzt kann bereits in einem Gespräch Aufschluss über eine mögliche Hyperhidrose erhalten. Mit verschiedenen Tests kann der Verdacht bestätigt werden.

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