Kieferorthopädie / Zahnkorrektur - Teil 3 unserer Zahnmedizinserie

Von Schoenheitsklinik.de
26.02.2018

Bei den wenigsten Menschen ist das Gebiss von Natur aus gerade. Eng stehende oder schiefe Zähne können jedoch korrigiert werden. Als ein Teilgebiet der Zahnmedizin behandelt die Kieferorthopädie angeborene Fehlstellungen von Zahn und Kiefer. Wenn diese ein ästhetischer Störfaktor sind, der die Lebensqualität vermindert, oder wenn sie für die Betroffenen ein medizinisches Problem darstellen, dann sollte ein Kieferorthopäde aufgesucht werden.

Besonders oft werden Zahnfehlstellungen mit Hilfe einer Zahnspange korrigiert. Nicht nur Kinder und Jugendliche bekommen eine solche, selbst bei den Erwachsenen steigt die Zahl der Spangenträger kontinuierlich.

Es gibt fest installierte und herausnehmbare Zahnspangen sowie spezielle Schienen. Früher war das Tragen einer festen Spange äußerst unangenehm und beschämend. Sie erschien meist hässlich und unübersehbar. Die heutigen Modelle sind glücklicherweise viel dezenter gestaltet. Die technische Entwicklung hat große Sprünge gemacht. Heutzutage können auch Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen oder im beruflich viel Kundenkontakt haben, bedenkenlos eine feste Spange tragen. Von außen sind viele der heutigen Modelle kaum erkennbar.

Warum tragen Menschen Zahnspangen?

Natürlich stecken oft ästhetische Beweggründe hinter einer Zahnkorrektur. Wer möchte schon beim Lächeln schiefe Zähne entblößen? Eine Zahnspange löst dieses Problem effektiv. Nach längerem Tragen sind die Zähne wieder gerade gerückt.

Kinder werden schon ab dem Alter von 8 oder 9 Jahren einer kieferorthopädischen Behandlung unterzogen. Denn dann lassen sich Zahnfehlstellungen noch unkompliziert korrigieren. Werden sie nicht behandelt, sind verschiedene gesundheitliche Probleme zu befürchten.

Medizinische Motive für eine Spange gibt es daher zahlreiche. Wenn Zähne etwa eng oder zu schief stehen, ist das Risiko, Karies zu bekommen hoch. Bei zu großen Abständen zwischen den Zähnen kann Parodontose drohen.

Die Fehlstellungen haben aber nicht nur Auswirkungen auf die Zähne. Sie können auch eine verspannte und schmerzende Kaumuskulatur nach sich ziehen. Das wiederum sorgt für fiese Kopf- oder Nackenschmerzen.

Kinder, die unter schiefen Zähnen leiden, haben in vielen Fällen eine undeutliche Aussprache. Dieser Umstand kann die Schulzeit und den Alltag enorm erschweren, zu Ausgrenzungen, Spott und einem daraus resultierenden mangelnden Selbstwertgefühl führen.

Eine Fehlstellung bei Gebiss oder Kiefer kann sogar Schwierigkeiten beim Kauen oder Atmen verursachen und die tägliche Mundhygiene erschweren. Viele der genannten medizinischen und ästhetischen Gründe betreffen auch Erwachsene und führen auch bei Ihnen zum Tragen einer Zahnspange.

Die verschiedenen Methoden der Zahnkorrektur:

In der Kieferorthopädie stehen für die Zahnkorrektur verschiedene Methoden zur Verfügung. Zwischen der Behandlung von Kindern und der von Erwachsenen gibt es allerdings Unterschiede.

Beim Kind kann mit orthopädischen Mitteln noch Einfluss auf Kiefer und Schädel genommen werden. Das funktioniert bei Erwachsenen nicht mehr. Zahnverschiebungen können hingegen auch bei älteren Patienten berichtigt werden.Herausnehmbare Zahnspangen sind bei Kindern wirksam, da sie vom Wachstum der Knochen unterstützt werden. Bei Erwachsenen helfen meist nur festsitzende Spangen, die sogenannten Brackets. Diese können dauerhaft getragen werden. Sie werden präzise vom Zahnarzt eingestellt und angepasst.

Anders als Brackets in früheren Zeiten, behindern aktuelle Modelle die Aussprache nicht. Kinder wie Erwachsene müssen die festen Zahnspangen gründlich nach jeder Mahlzeit reinigen. Geschieht das nicht, bleiben Essensreste dort hängen. Karies und Mundgeruch können entstehen.

Feste Zahnspangen waren früher oft hässliche Hingucker. Heute sind sie nahezu unsichtbar. Sie fallen den Mitmenschen nicht auf. Träger von Brackets empfinden sie nicht mehr als störend. Das liegt vermutlich auch am Material, aus dem sie gefertigt sind. Längst sind die Spangen nicht mehr nur aus Metall, stattdessen werden häufig Keramik oder Glasfasern verwendet.

Brackets können auch ganz für das Auge verschwinden: wenn sie auf der Zahninnenseite befestigt werden. Diese Methode ist als Lingualtechnik bekannt, sie verbirgt die Form der Spange vor allen Blicken.

Aus den USA stammen die neuen Aligner von Invisalign. Als Aligner werden durchsichtige Schienen bezeichnet. Sie bieten eine Alternative zur herkömmlichen Zahnspange. Die Aligner von Invisalign sind fast unsichtbar. Sie können herausgenommen werden. Die Herstellung dieser Schienen erfolgt über ein 3D-Computergrafik-Verfahren. Sie werden ca. alle zwei Wochen neu angefertigt und müssen mindestens 22 Stunden pro Tag im Mund bleiben. Nur so kann auch ein gutes Ergebnis der Therapie erzielt werden. Voraussetzung ist, dass das Kieferwachstum beendet ist. Deshalb kommen für Invisalign-Aligner erst Kinder ab 14 Jahren in Frage.

Wie sieht die Vorsorge aus, wie die Nachsorge?

Bevor eine Zahnspange überhaupt zum Einsatz kommen darf, muss der Kieferorthopäde den gesamten Mundraum des Patienten genau untersuchen. Schließlich sind nicht nur die Zähne für eine Zahnkorrektur wichtig, sondern auch die Stellung und Funktion von Zunge und Lippen. Ebenso müssen der Zustand und die Lage von Ober- und Unterkiefer überprüft werden. Der Kieferorthopäde fertigt Röntgenbilder, Fotos und eine Kiefermodellanalyse an. Durch die Befunde, die sich daraus ergeben, kann er die passende Maßnahme der Zahnkorrektur ermitteln.

Welche Komplikationen können beim Tragen einer Zahnspange auftreten?

Im Allgemeinen verursachen feste oder herausnehmbare Zahnspangen keine Schmerzen. Doch unter Umständen kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen.

Abhängig vom Material, aus dem die Spange gefertigt ist, ist etwa eine allergische Reaktion nicht ausgeschlossen. Wenn die Zahnspange nach dem Essen nicht gründlich genug gereinigt wird, können Karies oder eine Zahnfleischentzündung auftreten.

Eine erhöhte Empfindlichkeit der Zähne, eine Rückbildung des Zahnfleischs oder Schäden am Zahnschmelz traten schon bei manchen Patienten als Nebenwirkungen auf.

Das nicht korrekte Anbringen einer festen Spange kann Auswirkungen auf die Bewegungen der Zähne haben. Diese könnten falsch, zu stark oder zu schwach ausgeführt werden.

Beim Entfernen der Zahnspange nach der Behandlung müssen alle Fixierungsüberreste komplett entfernt sein. Geschieht das nicht, sind Zahnfleischbeschwerden mögliche Folgen.

Was kostet die Zahnspange?

Nicht jede Behandlung einer Zahnfehlstellung wird von den gesetzliche Krankenkassen auch übernommen bzw. bezuschusst. Damit bei einer Zahnspange eine Kostenübernahme erfolgt, muss die Fehlstellung beim Kind starke Beeinträchtigungen im Alltag verursachen.

Bei Kindern beteiligt sich die Krankenkasse aber in der Regel viel eher an der Korrektur einer Zahnfehlstellung, als bei Erwachsenen. Dennoch müssen die Eltern einen Eigenanteil der Kosten bezahlen. Nach Ende der Behandlung können sie sich diesen von der Krankenkasse meist rückerstatten lassen. Da eine Zahnkorrektur durch Zahnspange aber eine oftmals langwierige Angelegenheit ist, kann das dauern.

Erwachsene selbst müssen einen starken Fehlbiss vorweisen, um für die Therapie überhaupt eine Kassenleistung zu erhalten.

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