Nabelbruch: Ursachen, Operation, Risiken

Nabelbruch: Ursachen, Operation, Risiken
Von Schoenheitsklinik.de
13.09.2018

Bei einem Nabelbruch handelt es sich um eine natürliche Gewebeschwäche innerhalb der Bauchdecke, die im Bereich des Nabels auftritt. Die Entstehung eines solchen Bruchs wird als Hernienbildung bezeichnet. Gewebe und Organe bilden eine Ausstülpung aus dem Bauchraum, wodurch eine äußerlich sichtbare Beule entsteht. Oft sind Kinder, seltener Erwachsene betroffen.

Ursachen und Risikofaktoren für einen Nabelbruch

Eine Nabelhernie ist entweder angeboren oder wird im Laufe des Lebens erworben. Bei Neugeborenen tritt die sogenannte Hernia umbilicales recht häufig auf, da die Bauchwand noch nicht vollständig ausgebildet ist. Durch Husten oder Schreien wird das Gewebe stark belastet, sodass Schwachstellen dem Druck nicht standhalten. Auch genetische Veranlagungen können dazu führen, dass sich das Bauchgewebe nach der Geburt nicht ausreichend verschließt.

Bei Erwachsenen ist ein Nabelbruch meist erworben, wobei Frauen deutlich häufiger davon betroffen sind als Männer. Schwachstellen im Bindegewebe um die Nabelregion und eine hohe Druckbelastung tragen zur Entstehung bei. Mögliche Ursachen sind:

  • Schwangerschaften
  • Übergewicht
  • Genetische Veranlagung
  • Erkrankungen (Bauchwassersucht, Diabetes oder häufiges Husten)
  • Das Heben schwerer Lasten
  • Starkes Pressen beim Stuhlgang

Symptome und Diagnose beim Nabelbruch

Da ein Nabelbruch meist schmerzlos ist, kann er für längere Zeit unerkannt bleiben. Das auffälligste Merkmal ist eine Wölbung oder ein Geschwulst im Nabelbereich. Form und Größe sind davon abhängig, wie schwer die Hernia umbilicales ausgeprägt ist. Ein erhöhter Druck im Bauchraum sowie Schmerzen bei körperlichen Aktivitäten können ebenfalls Warnsignale sein. Um einen Bruch zu diagnostizieren, kann dieser problemlos mit der Hand ertastet werden. Röntgenaufnahmen und Ultraschalluntersuchungen müssen nur in seltenen Fällen angefertigt bzw. vorgenommen werden.

Die Notwendigkeit einer sofortigen Operation

Bei massiven Beschwerden muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Ein eingeklemmter Nabelbruch kann starke Schmerzen und eine Verfärbung des Bruchs verursachen. Hierbei werden Darmteile oder andere Bauchorgane vom Bruchsack eingeklemmt, was die Durchblutung beeinträchtigt oder gänzlich verhindert. Eine Notoperation ist zwingend erforderlich.

Eine Nabelhernie wird in der Regel unter Vollnarkose operiert. Kleinere Eingriffe können jedoch auch unter örtlicher Betäubung erfolgen.

Bei geschlossenen Operationsverfahren verwendet der Chirurg die sogenannte Schlüssellochmethode. Dabei wird...

  1. seitlich an der Bauchdecke ein kleiner Schnitt gesetzt, der einer Kamera und feinen Instrumenten als Öffnung dient.
  2. eingeklemmtes Darmmaterial  befreit und zurück in den Bauchraum verlagert.
  3. Mitunter wird der Bruchsack entfernt.
  4. Anschließend näht der Chirurg ein Kunststoffnetz in die Bauchwand ein, um sie zu stabilisieren und neuen Brüchen vorzubeugen. Auf diese Weise wird die Bauchdecke kaum verletzt, sodass mit weniger Schmerzen und einer schnelleren Regeneration zu rechnen ist.

Unkompliziertere Nabelbrüche werden meist mit der Spitzy-Methode - ein offenes Operationsverfahren - behandelt. Hierbei wird...

  1. ein halbrunder Schnitt unterhalb des Nabels gesetzt, um den Bruchsack vom Nabel zu lösen.
  2. das Bindegewebe an der Bruchöffnung vernäht.
  3. Im letzten Schritt verschließt der Chirurg den äußeren Hautschnitt um den Nabel mit einer speziellen Nahttechnik.
  4. Nach der Heilung bleiben kaum sichtbare Narben zurück.

Risiken und Nebenwirkungen

Nabelbruchbehandlungen verlaufen normalerweise komplikationslos. Dennoch birgt jede Operation ein gewisses Risiko. Folgende Komplikationen können auftreten:

  • Die Bildung von Blutergüssen oder Flüssigkeitsansammlungen
  • Infektionen und allergische Reaktionen
  • Die Verletzung innerer Organe
  • Schlechte Wundheilung und Narbenbildung
  • Taubheitsgefühle im Nabelbereich

In wenigen Fällen kann es nach einer Behandlung zu einem Bruch-Rezidiv (einem erneuten Nabelbruch) kommen. Dies zieht einen wiederholten Eingriff nach sich. Der Arzt sollte dann eine andere Operationstechnik verwenden und ein Netz zur Stabilisierung einsetzen, falls zuvor darauf verzichtet wurde.

Nachsorge nach einer Nabelbruch-Operation

Der Regenerationsverlauf ist individuell verschieden und muss von einem Facharzt betreut werden.

  • Wurde dem Patienten ein Kunststoffnetz eingenäht, sollte er ein bis drei Tage strikte Bettruhe halten, um ein Verschieben zu verhindern.
  • Verbandswechsel und Nachkontrollen sind für einen optimalen Heilungsprozess unerlässlich.
  • Leichte körperliche Aktivitäten sind nach etwa drei Wochen wieder möglich. Häufig ist eine Naht aber erst nach einem Vierteljahr stabil verheilt. Bis dahin sollte keine physisch anspruchsvolle Arbeit (schweres Heben, Sport, usw.) verrichtet werden.
  • Um das Risiko einer Nabelhernie zu minimieren, kann die Bauchdecke mit speziellen Rumpf- und Bauchmuskelübungen gestärkt werden. Das gezielte Training unterstützt die Gewebestrukturen und entlastet die darin enthaltenen Schwachstellen.
  • Auch die Reduzierung von Übergewicht und das Vermeiden schwerer körperlicher Arbeit wirken vorbeugend. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es jedoch nicht.

Fazit zum Nabelbruch

Hernia umbilicales kann bei Kindern und Erwachsenen auftreten. Dabei lassen sich angeborene und erworbene Brüche unterscheiden. Je nach Schwere der Hernie muss eine Operation in Betracht gezogen werden, um eine Verschlechterung des Zustandes zu vermeiden. Der Eingriff verläuft in der Regel ohne größere Probleme und bereits nach wenigen Wochen sind leichte körperliche Aktivitäten wieder möglich.

Wer einen Nabelbruch feststellt, sollte sich von einem Facharzt umfassend beraten lassen. Die Gefahren von Einklemmungen müssen abgeschätzt und gegebenenfalls operativ behoben werden. Ein kleiner, schmerzloser Nabelbruch kann auch aus kosmetischen Gründen behandelt werden. Deutschlandweit existieren viele zertifizierte Fachzentren für Hernienchirurgie.

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