Schuppenflechte auf der Kopfhaut

Schuppenflechte auf der Kopfhaut
Von Schoenheitsklinik.de
17.10.2018

Schuppenflechte kann theoretisch am ganzen Körper auftreten. Bei den meisten Patienten beschränken sich die Symptome jedoch auf Stirn und Kopfhaut. Diese Form der Schuppenflechte wird Psoriasis capitis genannt und ist für die Betroffenen sehr unangenehm. Die sichtbaren Symptome im Gesichtsbereich erzeugen bei den Patienten häufig ein Gefühl der Scham und beeinträchtigen das Selbstbewusstsein. Eine frühzeitige Behandlung ist wichtig, um Folgeerkrankungen (wie Haarausfall und psychische Probleme) zu verhindern.

Wie zeigt sich Psoriasis auf der Kopfhaut?

Eine Psoriasis auf der Kopfhaut zeigt sich typischerweise durch folgende Symptome:

  • gerötete und verdickte Hautareale ("Plaques")
  • Schuppen der betroffenen Hautareale
  • starker Juckreiz
  • in manchen Fällen Haarausfall (vorübergehend)

Die beschriebenen Symptome können an der Stirn, den Schläfen oder im Nacken auftreten. Typisch ist, dass die betroffenen Hautareale scharf begrenzt sind und bis zum Haaransatz reichen.

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Welche Schweregrade lassen sich unterscheiden?

Bei der Schuppenflechte auf der Kopfhaut lassen sich drei Schweregrade unterscheiden:

  • Leichte Form: Hier sind weniger als 50 % der Kopfhaut betroffen. Die Symptome sind eher mild, es kommt zu einer leichten Rötung, einer geringen Schuppenbildung und einem leichten Juckreiz.
  • Mittelschwere Form: Auch hier sind weniger als 50 % der Kopfhaut betroffen. Die Areale sind jedoch dunkler gerötet und es bilden sich deutliche und viele Schuppen. Patienten klagen über einen stärkeren Juckreiz.
  • Schwere Form: Hier sind mehr als 50 % der Kopfhaut von der Schuppenflechte betroffen. Sie äußert sich durch eine starke Rötung, massive Schuppenbildung und einem stark ausgeprägten Juckreiz.
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Mit welchen anderen Kopfhaut-Erkrankungen sollte sie nicht verwechselt werden?

Die Schuppenflechte auf der Kopfhaut kann allein auftreten oder in Kombination mit anderen betroffenen Körperstellen. Wenn sich die typischen Symptome nur auf der Kopfhaut zeigen, kann es sich auch um eine andere Erkrankung handeln, die aufgrund der ähnlichen Symptomatik leicht zu Verwechslungen führen kann. Hierzu gehören:

  • Seborrhoisches Kopfhautekzem: ein chronisch-entzündlicher, fettiger, gelblich-schuppender, klar begrenzter rötlicher Hautausschlag, der im Bereich der Talgdrüsen auftritt. Bei Babys heißt die Erkrankung im Volksmund "Kopfgneis", tritt aber wesentlich seltener auf als das Seborrhoische Ekzem bei Erwachsenen.
  • Neurodermitis: eine chronische Hauterkrankung, die durch eine trockene und empfindliche Haut mit stark geröteteten Stellen gekennzeichnet ist. Auffälligstes Symptom ist der übermäßige Juckreiz, der zu einem chronischen Kratzverhalten führen kann.
  • Kontaktekzem: häufig ausgelöst durch einen äußeren Reiz, der rote Plaques mit kleinen Bläschen verursacht. Die Bläschen zerplatzen und die darin enthaltene Flüssigkeit nässt die betroffenen Stellen, auf denen sich dann Schorf bildet.
  • Pilzerkrankungen: zeigen sich durch scharf abgegrenzte Areale auf der Kopfhaut, auf denen die Haare abgebrochen sind und die Haut leicht schuppig wirkt.
  • Lichen ruber planus: seltene entzündliche Hauterkrankung mit violetten Papeln, die teilweise von weißen Rissen durchzogen sind.
  • Lupus erythematodes: seltene Autoimmunerkrankung mit chronischem Verlauf. Die Symptome sind unterschiedlich, häufig zeigt sich ein Ausschlag, der entweder leicht schuppig ist oder großflächig Blasen bildet.

Behandlung der Kopfhautschuppenflechte

Ziel der Behandlung der Schuppenflechte auf der Kopfhaut ist es, die Schuppung der Kopfhaut und die Entzündung der Haut zu stoppen. Um die Erfolgsaussichten der Behandlung zu erhöhen, werden zunächst die Schuppen von der Kopfhaut entfernt. Hierzu werden spezielle medizinische Shampoos mit besonderen Wirkstoffen (wie Salizylsäure) verwendet. Das Shampoo wird in die Kopfhaut einmassiert, dort kann es einwirken, damit es seine schuppenlösende Wirkung entfalten kann. Je nach Präparat liegt die empfohlene Einwirkzeit bei mehreren Stunden. 

Achtung: Auf keinen Fall dürfen normale "Anti-Schuppen-Shampoos" verwendet werden. Diese Produkte eignen sich nur für gesunde Kopfhaut und enthalten rückfettende Substanzen. Genau diese sind für die Kopfhaut bei Schuppenflechte kontraproduktiv, da sie die ohnehin schon entzündeten Hautstellen durch ihre entfettende Wirkung weiter reizen.

Die betroffenen Hautareale werden dann mit vitamin- oder kortisonhaltigen Präparaten behandelt. Diese stehen in verschiedenen Darreichungsformen (Salben, Gele, Lotionen, Schaum) zur Verfügung. Kortisonhaltige Präparate bekämpfen die Entzündungen und dämmen gleichzeitig die Schuppen ein. Vitamin-Präparate (vor allem Vitamin-D-Derivate) werden vor allem wegen ihres entzündungshemmenden Effekts eingesetzt, außerdem bremsen sie die Verhornung der Haut. Grundsätzlich sind alkoholfreie Präparate vorzuziehen, da sie die Kopfhaut weniger stark reizen. 

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Achtung: Während reine Kortisonpräparate nicht dauerhaft angewendet werden können, erlauben vitaminhaltige Präparate eine Anwendungsdauer von bis zu 12 Monaten. Dies gilt auch für Präparate, in denen Vitamine mit Kortison kombiniert werden. Eine weitere Möglichkeit, die Psoriasis am Kopf nach der Entfernung der Schuppen zu behandeln, ist die Lichttherapie

Hier kommen spezielle Lichtkämme zum Einsatz, mit deren Hilfe die Kopfhaut über eine vorher festgelegte Dauer mit UV-Strahlen behandelt wird. In mittel- bis schweren Fällen kann der Arzt systemisch (innerlich) wirkende Medikamente verschreiben. Neben Biologika sind das vor allem folgende Wirkstoffe:

  • Fumarsäureester
  • Methotrexat
  • Retinoid
  • Ciclosporin

Die Wirksamkeit dieser Arzneimittel ist meist gut, allerdings kann ihre Anwendung mit deutlich stärkeren Nebenwirkungen einhergehen als andere Behandlungsmethoden.

Tipps für Patienten mit Psoriasis am Kopf

Patienten mit Schuppenflechte an der Kopfhaut erleben häufig einen großen Leidensdruck, weil ihre Symptome oft weithin sichtbar sind. Folgende Tipps können die Behandlung unterstützen und das Wohlbefinden erhöhen:

  1. Helle Kleidung bevorzugen, auf ihr sind die Schuppen weniger gut sichtbar.
  2. Auf keinen Fall die Schuppen abkratzen, die betroffenen Stellen können sich sonst noch stärker entzünden.
  3. Auf Plastikborsten verzichten und stattdessen Naturhaarbürsten verwenden.
  4. Haare lieber an der Luft trocknen lassen. Wenn gefönt werden muss, dann höchstens auf der mittleren Stufe.
  5. Haare nicht färben oder aggressiven Behandlungen (zum Beispiel Dauerwelle) aussetzen.
  6. Naturpflegemittel verwenden.
  7. Kopfbedeckungen nur über kurzen Zeitraum tragen.

Aufgrund der hohen Sichtbarkeit der Symptome erleben Patienten mit Schuppenflechte auf der Kopfhaut oft einen hohen Leidensdruck. Mit ärztlicher Unterstützung, hilfreichen Verhaltenstipps und vor allem der richtigen Behandlung lässt sich die Krankheit jedoch gut behandeln und eine deutliche Verbesserung der Symptome erzielen.

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