Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Kieferorthopädie?

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Kieferorthopädie?
Von Schoenheitsklinik.de
13.09.2018

Wer Kinder hat weiß, die Zähne können schief wachsen und damit erhebliche Probleme verursachen. Doch auch bei manchem Erwachsenen können schiefe Zähne, die in der Vergangenheit nicht beachtet wurden, mit der Zeit Probleme bereiten. Dann wird eine Zahnspange nötig, die bei einem Kieferorthopäden angepasst wird. Die Kosten hierfür werden bei Kindern in der Regel übernommen, bei Erwachsenen sieht dies allerdings oft anders aus. Daher wird im folgenden kurz erklärt, wann die Kasse die Kosten übernimmt und wann es sinnvoller ist, eine Zusatzversicherung abzuschließen.

Ab welchem Schweregrad werden die Kosten übernommen?

Die Schweregrade für eine kieferorthopädische Behandlung sind in fünf verschiedene Grade eingeteilt, den kieferorthopädischen Indikationsgruppen. Der Schweregrad der Behandlung entscheidet sich aus dem Behandlungsplan, den der Kieferorthopäde für die Krankenkasse vor der Behandlung ausstellt. Krankenkassen übernehmen die Kosten nur für die Behandlungsgrade drei, vier und fünf.

  1. Grad 1: leichte Zahnfehlstellungen, die aus ästhetischen Gründen berichtigt werden
  2. Grad 2: medizinisch erforderlich, aber geringe Zahnfehlstellungen
  3. Grad 3: ausgeprägte Zahnfehlstellungen, die aus medizinischen Gründen behoben werden müssen
  4. Grad 4: stark ausgeprägte Fehlstellungen der Zähne, die eine Behandlung medizinisch gesehen dringend erforderlich sind
  5. Grad 5: sehr starke Zahnfehlstellunegn, die unabdingbar korrigiert gehören

Bis zu welchem Alter zahlt die Krankenkasse?

Bei Zahnspangen fallen diese nur unter Kassenleistung, wenn das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet ist. Erwachsene müssen daher für diese Leistung in vollem Umfang selbst aufkommen, wenn nicht ein Behandlungsgrund vorliegt, der die Kostenübernahme durch die Kasse begründet.

In welchen Fällen werden die Kosten bei Erwachsenen übernommen?

In der Regel übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten bei einem Erwachsenen nicht, außer es bestehen spezielle Gründe. Zu diesen Ausnahmefällen gehören zum Beispiel

  • sehr schwere Kieferanomalien, die von einem Gutachter bestätigt werden müssen
  • angeborene Missbildungen
  • verletzungsbedingten Kieferfehlstellungen

Muss immer ein Eigenanteil übernommen werden?

Hat die Krankenkasse den Behandlungsplan geprüft und der Kostenübernahme zugestimmt, dann handelt es sich hierbei in der Regel um 80 % der Kosten. Die restlichen 20 % müssen vom Patienten selbst getragen werden. Beim zweiten Kind, das gleichzeitig behandelt wird, liegt der Eigenanteil nur noch bei 10 %. Diesen Eigenanteil müssen die Eltern als Erziehungsberechtigte immer übernehmen.

Wie erhält man den gezahlten Eigenanteil zurück?

Nach Beendigung der erfolgreichen Behandlung erstellt der Kieferorthopäde ein Schreiben über den Abschluss für die Krankenkasse. Der Patient muss die Rechnungen für seine Eigenleistung einreichen und erhält dann den Eigenanteil zurück, sofern die Krankenkasse zu Anfang den Kosten zugestimmt hat.

Was ist bei der Antragstellung zu beachten?

Wichtig ist, wenn der Antrag zur Kostenübernahme gestellt wird, dass dies immer vor dem Beginn der Behandlung erfolgt. So können Sie gegenüber dem Kieferorthopäden einen kostenlosen Behandlungsplan verlangen. Nach Einreichung bei der Krankenkasse prüft diese die Kosten und stimmt eventuell zu. Wenn die Zustimmung erfolgt ist, kann die Behandlung durchgeführt werden. Die Krankenkasse hat jedoch jederzeit die Möglichkeit, den Behandlungsplan durch einen Gutachter überprüfen zu lassen. Das passiert meist auch dann, wenn eine Therapieänderung durchgeführt werden soll oder ein Verlängerungsantrag gestellt wird. Hierbei geht es vor allem um die Wirtschaftlichkeit und Planung sowie um die korrekte Einstufung in die Indikationsgruppe.

Was umfasst der kieferorthopädische Behandlungsplan?

Hierzu gehören neben der Angabe der Zahnstellungen in Millimeter auch

  • Röntgenbilder
  • Abdrücke
  • Fotos
  • Diagnose
  • geplanten Maßnahmen
  • Therapie
  • voraussichtliche Dauer der Behandlung

Zudem kommen geschätzte Kosten für Labor und Material hinzu. Am Ende sollten die voraussichtlichen Gesamtkosten aufgeführt sein.

Mit welchen Kosten ist zu rechnen

Es ist schwer, hier eine konkrete Aussage zu treffen, da bei jedem Patienten die Kosten aufgrund der Länge der Therapie und dem Schweregrad erheblich abweichen können. So können die Kosten für die Behandlung zwischen 1.500,00 für einen geringen Beschwerdegrad und bis zu 15.000,00 Euro oder auch höher in schwererwiegenden Fällen liegen. Vor allem bei Erwachsenen, die Zahnspangen wählen, die nicht direkt sichtbar sind, wie zum Beispiel eine durchsichtige Spange, können die Kosten um einiges höher liegen. Bei Kindern übernimmt die Krankenkasse im Vorfeld 80 % der gesetzlichen Kosten für Zahnspangen ohne spezielle Zusätze. Die restlichen 20 % werden nach erfolgreicher Behandlung erstattet. Erwachsene müssen in der Regel die Kosten in voller Höhe selbst tragen.

Welche Kostenabweichungen können entstehen?

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, warum die Kosten am Ende höher liegen als vorab im Behandlungsplan ausgewiesen:

  • die Therapie verlängert sich um mehrere Quartale
  • Kosten für Material oder Labor sind höher
  • es treten nicht voraussehbare Komplikationen auf

Machen Zusatzversicherungen Sinn?

Da die Kosten für Kinder von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden und auch der Eigenanteil wieder erstattet wird, machen Zusatzversicherungen für unter 18 Jährige in der Regel keinen Sinn. Wer bei seinen Kindern allerdings Zusatzleistungen wünscht, die medizinisch wenig nutzenbringend erscheinen, der müsste diese selbst übernehmen und kann daher eine Zusatzversicherung abschließen.

Anders sieht dies aus, wenn im Kindesalter versäumt wurde, die Zähne mit einer Spange zu richten und dies nun im Erwachsenenalter durchgeführt werden soll. Dann kann über eine Zusatzversicherung speziell für die Kostenübernahme der Zahnkorrektur nachgedacht werden. Da die Kosten allerdings bei den meisten Kieferorthopäden in Raten gezahlt werden können, läuft dies auf die gleichen Kosten hinaus wie bei einer Zusatzversicherung.

Damit man im Erwachsenenalter gerade Zähne und somit weniger gesundheitliche Probleme hat, sollte man als Eltern bereits bei seinen Kindern eine Zahnspange für wichtig erachten. Vor allem, weil die Krankenkassen diese Kosten vollständig übernehmen. Hat man das 18. Lebensjahr jedoch überschritten, wird es schwer, eine Kostenübernahme zu beantragen.

Erfahren Sie mehr mit nur einem Klick
Informieren Sie sich bei uns vollkommen kostenlos!

Die von Schoenheitsklinik.de veröffentlichten Informationen sind rein indikativ und dienen lediglich der Information einer Behandlung unter der Annahme von normalen Bedingungen udn Gegebenheiten. Es handelt sich bei besagtem Inhalt lediglich um einen Rat. In keinster Weise handelt es sich hierbei um einen medizinischen Rat, einen Referenzdienst oder einen ärztlichen Befund.Wir sind ständig bemüht, den hohen Standard als auch die Genauigkeit der bereitgestellten Informationen beizubehalten. Die Richtigkeit und Angemessenheit der enthaltenen oder verlinkten Informationen kann jedoch weder garantiert, noch gewährt werden.

0 kommentare