Zahnfleischkorrektur - Teil 4 unserer Zahnmedizinserie

Von Schoenheitsklinik.de
26.02.2018

Bei manchen Menschen ist zu viel oder zu wenig Zahnfleisch vorhanden. In beiden Fällen können gesundheitliche Beschwerden die Folge sein. Ebenso Schamgefühle und Hemmungen. Der Mund ist immerhin ein zentraler Teil unseres Gesichts. Wenn wir lächeln wird auch immer auf unsere Zähne geschaut. Fehlbildungen des Zahnfleischs fallen schnell auf.

Für zu viel sichtbares Zahnfleisch hat sich die Bezeichnung „Gummy Smile" etabliert. Dieses kann ästhetisch sehr stören und bei Betroffenen das Selbstwertgefühl stark beeinträchtigen.

Hat der Patient zu wenig Zahnfleisch, spricht man von einer Zahnfleischrezession. Sie verursacht häufig Schmerzen.

Spezielle Operationen können Patienten von ihren Zahnfleischproblemen befreien. Es gibt eine Vielzahl an Behandlungsmethoden, mit denen das Zahnfleisch korrigiert werden kann. Die Eingriffe erfordern keinen Klinikaufenthalt, sie können ambulant durchgeführt werden. Da eine örtliche Betäubung angewandt wird, sind sie ziemlich schmerzarm.

Zahnfleischkorrekturen werden sowohl aus medizinischen als auch aus ästhetischen Gründen durchgeführt. Der Zahnarzt oder Kieferorthopäde entscheidet nach einer genauen Untersuchung darüber, welche Behandlung die passende für den Patienten ist.

Was sind Zahnfleischrezession und Gummy Smile?

In der Zahnmedizin wird ein Zahnfleischrückgang als Gingivarezession oder Zahnfleischrezession bezeichnet. Die Zähne wirken dabei viel länger, als sie sind. Das stört nicht nur das Erscheinungsbild des Betroffenen, sondern bringt auch gesundheitliche Beschwerden mit sich.

Ursachen für die Zahnfleischrezession können chronische Zahnfleischentzündungen, Zahnfehlstellungen, Verletzungen oder sogar Fehler beim Zähneputzen sein. Auch ein falsches Größenverhältnis zwischen Knochen und Zahn oder ein nicht richtig gewachsenes Lippenbändchen kommen als Auslöser des Rückgangs in Frage. Darüber hinaus kann er auch altersbedingt passieren.

Es ist erwiesen, dass dünnes und empfindliches Zahnfleisch eine Gingivarezession begünstigt.

Die Folgen der Erkrankung sind für die Betroffenen deutlich spürbar. So können unter anderem Karies, eine Überempfindlichkeit der Zahnhälse oder Probleme beim Kauen auftreten.

Mit vermindertem Zahnfleisch leben muss aber heutzutage niemand mehr. Patienten können durch eine Zahnfleischkorrektur von ihren Beschwerden befreit werden. Diese wird wird vom Zahnarzt durchgeführt.

Eine solche Behandlung kann auch beim Gummy Smile helfen. Bei diesem fällt das Zahnfleisch sehr deutlich beim Lächeln auf. Unterschiedliche Gründe sind für das Phänomen verantwortlich. Ein Überschuss von Zahnfleisch zum Beispiel. Oder eine zu straffe Verbindung zwischen Oberlippe und Zahnfleisch. Eine Hyperaktivität des Oberlippenmuskels beim Lächeln kann auch eine mögliche Ursache sein. Menschen mit zu kleinen Zähnen sind gleichermaßen anfällig für ein Gummy Smile.

Welche Methoden der Zahnfleischkorrektur gibt es?

Eine Zahnfleischkorrektur ist eine Operation aus der Zahnfleischchirurgie. Sie ist ein vergleichsweise kleiner Eingriff, der in der Regel ambulant und unter lokaler Betäubung vorgenommen wird.

Es gibt viele unterschiedliche Verfahren, mit denen Fehlbildungen des Zahnfleischs korrigiert werden können. In den meisten Fällen erfolgen sie aus medizinischen Gründen. Weiche Methode angewandt wird, hängt vom Zustand des Zahnfleischs ab.

Die Eingriffe zur Behebung einer Zahnfleischrezession haben ein gemeinsames Merkmal: stets wird im Bereich der Zahnwurzel Gewebe transplantiert. Dieses wurde zuvor vom Gaumen entnommen. Um das Transplantat anzubringen, macht der Zahnarzt einen Einschnitt in das Zahnfleisch oder in den Bereich zwischen diesem und der Knochenhaut. Das verpflanzte Gewebe muss zusätzlich fixiert werden. Wichtig ist auch, dass ein harmonisches Gesamtbild erzeugt wird. Die Wunde wird am Ende mit einer kleinen Naht verschlossen.

Wenn eine zusätzliche Störung bei der Regeneration von Knochen besteht, kann der behandelnde Zahnarzt die OP um das Einlegen einer resorbierbaren Membran ergänzen. Diese verhindert den Knochenverlust, der durch eine Zahnfleischrezession drohen kann.

Das Lippenbändchen sitzt bei manchen Menschen zu hoch. Unter Lokalnarkose kann es durchtrennt oder an eine andere Stelle verlagert werden.

Bei der Behandlung des Gummy Smile kommt Botox zum Einsatz, wenn der Oberlippenmuskel zu kräftig ist. Mit Injektionen des bekannten Nervengifts wird er zu Teilen gelähmt. Dadurch sinkt die Kraft der Lachmuskulatur und mehr Zahnfleisch bleibt beim Lächeln hinter der Lippe.

Der Kieferorthopäde oder plastische Chirurg hat auch die Möglichkeit, den Oberlippenmuskel zu durchtrennen. Das bewirkt, dass er beim Lächeln weniger nach oben gezogen wird. Nachteil dieser Methode ist, dass die Durchtrennung dauerhaft ist. Der Effekt durch die Botox-Injektionen hält hingegen nur eine bestimmte Zeit lang an.

Bei manchen Patienten ist die Verbindung zwischen Oberlippe und Zahnfleisch zu stark. Das kann sogar so extrem ausgeprägt sein, dass das Zahnfleisch selbst dann sichtbar ist, wenn die Person einen ernsten Gesichtsausdruck hat. Auch hier kann eine chirurgische Intervention das Problem lösen.

Wird zu viel Zahnfleisch festgestellt, dann besteht die Möglichkeit, das überschüssige Gewebe bei einem Eingriff zu entfernen. Bei zu kleinen Zähnen und entsprechend dominanter wirkendem Zahnfleisch hilft schon das Anbringen von Veneers oder Kronen. Sie vergrößern die Zähne und normalisieren die Proportionen wieder.

Das müsse Sie vor und nach einer Zahnfleischkorrektur beachten:

Vor der Zahnfleischkorrektur wird Ihr Zahnarzt oder Kieferorthopäde Ihren Mundraum untersuchen. Er muss sichergehen, dass Zahnfleisch und Zähne gesund sind. In manchen Fällen ist deshalb zuerst eine Behandlung notwendig. Zum Beispiel bei Zahnfleischentzündungen oder Zahnfleischverletztungen. Diese müssen erst heilen, bevor eine Operation zur Zahnfleischkorrektur überhaupt beginnen kann.

Wie erwähnt, kann auch eine falsche Technik beim Zähneputzen eine Zahnfleischrezession verursachen. Aus diesem Grund wird der Patient vom Zahnarzt mit der richtigen Zahnputztechnik vertraut gemacht, damit sich nach dem Eingriff nicht der gleiche Fehler wiederholt.

Wie die Nachsorge abläuft, hängt davon ab, welchem Eingriff der Zahnfleischkorrektur Sie unterzogen wurden. Meist müssen Sie in den Tagen nach der OP den Mundraum regelmäßig spülen. Dafür wird eine desinfizierende Lösung verwendet, die Erreger abtötet.

No-Gos in den ersten Tagen nach der Zahnfleischkorrektur sind Alkohol, Nikotin, heiße Getränke und scharfe Lebensmittel. Diese können den Wundheilungsprozess aufhalten.

Die Fäden der Operation werden Ihnen nach etwa einer Woche gezogen.

Welche Risiken bestehen?

Auch bei einer Zahnfleischkorrektur kann es zu Komplikationen kommen. Doch das ist eher selten der Fall. Möglich sind allergische Reaktionen auf das Narkosemittel. Zudem sind Infektionen am operieren Bereich oder Wundheilungsstörungen nicht auszuschließen. Sie können aber oft schon durch ein richtiges „Wundmanagement" verhindert werden. Kein Grund zur Besorgnis ist das Auftreten von Schmerzen oder Schwellungen nach der Operation. Sie verschwinden normalerweise innerhalb weniger Tage wieder.

Wie teuer ist eine Zahnfleischkorrektur?

Wenn Sie eine Zahnfleischrezession behandeln lassen, kommen Kosten zwischen ca. 450 und 600 Euro auf Sie bzw. Ihre Krankenkasse zu. Die Entfernung von überschüssigem Zahnfleisch beginnt in der Preisklasse ab 350 Euro.

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