Julia Käsehage
Julia Käsehage
Mehrsprachige Online-Redakteurin mit einer Leidenschaft für Kommunikation und die Magie der Sprache. Spezialisiert auf ästhetische Chirurgie und Ernährung.
Erstellt am 29.01.2018 · Update 30.06.2019

Übersicht Inhaltsverzeichnis

  • Einführung
  • Was ist das Magenband?
  • Wer ist für ein Magenband geeignet?
  • Wie wähle ich den richtigen Chirurgen?
  • Was erwartet mich beim ersten Termin?
  • Vorbereitung auf die Operation
  • Ablauf der Magenband-Operation
  • Wie verläuft die Genesungsphase?
  • Ergebnisse
  • Risiken und Nebenwirkungen
  • Häufig gestellte Fragen
  • Erfahrungsberichte
  • Quellen

Einführung

Laut einer Studie des renommierten Robert Koch Instituts sind 67% der Männer und 53% der Frauen in Deutschland übergewichtig, wobei 23% der Männer und 24% der Frauen übergewichtig sind.

Fettleibigkeit kann die Lebensqualität und vor allem die generelle Gesundheit der Betroffenen stark beeinflussen. Sollten diese nicht in der Lage sein, ihr Gewicht durch Bewegung und gesunde Ernährung zu ändern, so besteht die Möglichkeit, sich an einen Spezialisten zu wenden, mit dessen Hilfe eine Gewichtsreduzierung unter gesunden und sicheren Parametern erreicht werden kann.  

Der Spezialist führt in der Regel eine Vielzahl von Analysen und Untersuchungen durch, um in der Lage zu sein, Ihnen die für Sie am besten geeignete Behandlung zu empfehlen. Sollte ihm eine restriktive Operation ideal für Ihre Situation erscheinen, so ist das Magenband eine der möglichen Behandlungen.

Magenband

Das Magenband verringert die Menge der aufgenommenen Nahrung

Was ist das Magenband?

Es handelt sich dabei um einen verstellbaren Silikonring, der im Rahmen einer Operation um den oberen Teil des Magens gelegt wird, wodurch eine kleine Magentasche entsteht. Durch das Band bzw. den Ring wird die Nahrungsmenge begrenzt, die verzehrt werden kann, was wiederum in einem frühem Sättigungsgefühl resultiert.

Das Einsetzen eines Magenbandes wird Menschen mit überdurchschnittlichem Übergewicht empfohlen und ermöglicht eine progressive, jedoch konstante Gewichtsabnahme. Nach dem chirurgischen Eingriff kann der Arzt das Band so einstellen, dass das Essen langsamer oder schneller durch den Magen läuft, und es kann sogar entfernt werden, sollte der Patient dies wünschen.

Neben dem Magenband gibt es zudem weitere, ähnliche Behandlungen für Fettleibigkeit, wie zum Beispiel den Magenballon, den Magenbypass und die POSE-Methode.

Magenband Aufbau

Durch das Magenband wird eine Magentasche geschaffen

Wer ist für ein Magenband geeignet?

Die Menschen, die sich ein Magenband einsetzen lassen, haben in der Regel bereits mehrere erfolglose Versuche unternommen, Gewicht zu verlieren - sei dies durch Ernährungsprogramme oder eine Änderung ihres Lebensstils. Auch für Patienten, die unter ernsthaften gesundheitlichen Problemen aufgrund ihrer Fettleibigkeit leiden, ist das Magenband eine Option.

Viele Ärzte verwenden den Body-Mass-Index (BMI), um die Eignung zu bestimmen. Das Magenband wird demnach nur für Menschen mit einem Body-Mass-Index von 40 oder höher bzw. 35 und damit verbundenen Erkrankungen (Typ-II-Diabetes, Bluthochdruck, Kniearthrose usw.) empfohlen.

Da es sich um ein minimal invasives und reversibles Verfahrenhandelt, das hilft, sowohl Gewicht zu verlieren als auch zu halten, kann der Patient diese Operation selbst anfordern. Letzten Endes ist es jedoch der Adipositas-Spezialist, der nach der Analyse des Patienten beurteilt, welches Verfahren das beste für die Bedürfnisse und individuellen Ziele eines jeden Patienten ist.

Arzt Magenband

Bei der Wahl des Chirurgen sollte dessen Qualifizierung geprüft werden

Wie wähle ich den richtigen Chirurgen?

Der Patient sollte sich in erster Linie eingehend über den Eingriff informieren, wobei das Internet eine große Hilfe sein kann. Dabei ist es wichtig, das Verfahren selbst kennenzulernen, die Vor- und Nachteile für sich selbst zu untersuchen, die Operation mit anderen Eingriffen zu vergleichen sowie sich aufgekommene Fragen aufzuschreiben. 

Gut informiert kann der Patient dann entsprechende Kliniken suchen, die diese Behandlung durchführen, wobei empfohlen wird, mehrere Kliniken zu kontaktieren, um sich letzten Endes für die Klinik zu entscheiden, deren Spezialist fachkundig und erfahren ist und Ihnen das beste Gefühl vermittelt hat. Es sollte zudem sichergestellt werden, dass der Spezialist über die notwendigen Qualifikationen verfügt sowie vorzugsweise Mitglied in der DAG, der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, ist.

Beratungsgespräch Arzt Magenband

Jegliche Fragen sollten im Beratungsgespräch gestellt werden

Was erwartet mich beim ersten Termin?

Im Rahmen des ersten Besuchs erstellt das medizinische Fachpersonal ein grundlegendes Analyseprotokoll, in dem durch Untersuchungen und Studien festgestellt wird, ob der Patient für das Einsetzen des Magenbandes geeignet sind oder nicht.

Ist seine Eignung bestätigt, so wird eine Reihe von Untersuchungen zur Beurteilung seines Gesundheitszustandes durchgeführt, sekundäre Ursachen ausgeschlossen und die Vorbereitung auf die Operation sowie die Umstellung danach ausführlich erläutert.

Dies ist der ideale Zeitpunkt für den Patienten, um jegliche aufgekommene Fragen zu stellen und Zweifel auszuräumen. Es wird zudem empfohlen, den Arzt um Erfahrungsberichte von Patienten zu bitten, die den Eingriff bereits haben durchführen lassen und/oder eine ähnliche Krankengeschichte haben.

Zusätzlich zu den routinemäßigen und obligatorischen Beurteilungen für jede Art von invasivem Eingriff, führen einige Kliniken zudem eine psychologische Analyse durch, um das Engagement und die Einhaltung der mit der Operation verbundenen Einschränkungen beurteilen zu können.

Rauchen Magenband

Rauchen kann die Wundheilung beeinträchtigen

Vorbereitung auf die Operation

Bei der Vorbereitung auf eine Operation, deren Ziel der Gewichtsverlust ist, sollte sich der Patient auf die für den Erfolg des Eingriffs notwendigen Ernährungs- und Lebensstiländerungen einstellen. Um sicherzustellen, dass das gesetzte Ziel erreicht wird, ist es notwendig, dass der Patient bereits vor der Operation mit der Umsetzung dieser Veränderungen beginnt.

  • Informieren Sie Ihren Chirurgen über jegliche Medikamente, die Sie einnehmen und planen, während der Genesungsphase einzunehmen, da die Möglichkeit besteht, dass manche Inhaltsstoffe mit Ihren postoperativen Medikamenten interagieren, wie z.B. im Fall von einigen Verhütungsmitteln.
  • Befolgen Sie die von Ihrem Arzt empfohlenen Ernährungsplan vor der Operation.
  • Möglicherweise müssen Sie vor und nach der Operation für mindestens 30 Tage mit dem Rauchen aufhören. Rauchen kann das Risiko von Komplikationen erhöhen und beeinträchtigt zudem die Wundheilung, wodurch das Infektionsrisiko steigt.
  • Trinken Sie für mindestens 48 Stunden vor der Operation keine alkoholischen Getränke.

Zusätzlich zu diesen Empfehlungen ist es notwendig zu prüfen und zu bestätigen, dass alle notwendigen Tests durchgeführt wurden sowie, dass der Patient von einem Chirurgen und einem Anästhesisten gesehen wurde.

Magenband

Lage des Magenbands im Körper

Ablauf der Magenband-Operation

Der Eingriff dauert eine bis eineinhalb Stunden und wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt.

Laut den Experten der IFSO wird die Operation laparoskopisch vorgenommen. Dabei handelt es sich um eine minimal invasive Technik, für die fünf bis sechs kleine Schnitt vorgenommen werden. Durch diese Schnitte werden einerseits Instrumente und andererseits eine kleine Kamera eingeführt, die es ermöglicht, die Bauchhöhle mit Hilfe einer optischen Linse zu sehen. Die Kamera ist an eine Glasfaser angeschlossen, durch die Licht übertragen wird, um den Hohlraum zu beleuchten. 

Das Magenband wird zunächst um den oberen Teil des Magens gelegt, wobei der am Band befestigte Schlauch über einen Kanal unter der Haut des Bauches zugänglich ist. Über diesen Kanal injiziert der Chirurg Kochsalzlösung in das Band, um dieses zu manipulieren.

Anhand dieser Manipulation kann der Grad der Verengung um den Magen verändert werden. Durch das Band wird eine kleine Magentasche im oberen Teil des Magens geschaffen, während der Rest des Magens darunter liegt. Die kleine Magentasche reduziert die Menge an Nahrung, die im Magen gehalten werden kann, was in einem früher eintretenden Sättigungsgefühl resultiert.

Ernährung mit Magenband

Die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten bereitet vielen Patienten anfängliche Probleme

Wie verläuft die Genesungsphase?

Einer der Vorteile des Magenbandes ist, dass der Patient nur wenige Stunden nach der Operation bereits wieder zu Hause ist und keine postoperativen Schmerzen verspürt. Da die normale Anatomie des Verdauungstraktes nicht verändert wird, ist der Eingriff fast risikolos. Obwohl das verstellbare Magenband so konzipiert ist, dass es lebenslang im Körper verbleiben kann, kann es auf Wunsch jederzeit leicht entfernt werden, wodurch der Magen wieder zu seinem ursprünglichen Zustand zurückkehrt.

Der Aufenthalt im Krankenhaus beträgt im Normalfall zwischen 12 und 24 Stunden und der Patient, mit ein paar Ausnahmen, sofort wieder zu seiner gewohnten Routine zurückkehren kann.

Die postoperative Phase nach Einsetzen des Magenbandes ist zwar physisch unproblematisch, doch bereitet die Umstellung ihrer Ernährungsgewohnheiten vielen Patienten anfängliche Probleme. Es ist zudem notwendig, sich in den ersten Tagen nach der Operation auf eine rein flüssige Ernährung zu beschränken. Diese geht dann in eine halbflüssige Ernährung über, bis zu dem Punkt, an dem der Ernährungsberater entscheidet, dass sich der Patient wieder normal ernähren kann, jedoch stets nach den vorher ausgearbeiteten Richtlinien.

Normalerweise findet der erste Kontrolltermin 4 bis 6 Wochen nach der Operation statt. Im ersten Jahr sollten Sie sich zudem monatlich von ihrem Arzt untersuchen lassen. Diese Kontrollen dienen der Einstellung des Magenbandes und der Bestimmung der Häufigkeit dieser Anpassung, welche ausschließlich vom Zustand des Patienten abhängt und wie gut sein Körper die Operation angenommen hat.

Es wird empfohlen, sich für 3 bis 6 Wochen auszuruhen und nur leichte Tätigkeiten auszuführen, die zu keinerlei Schmerzen führen, wobei gestiegen und sanft gegangen werden darf. Langes Liegen oder Sitzen wird jedoch nicht empfohlen.

Im Allgemeinen kann es dem Patienten etwas schwer fallen, sich im ersten Monat nach der OP an die Veränderungen, die mit einer solchen Operation verbunden sind, anzupassen. Sobald die ersten Ergebnisse bemerkt werden, wird ist der Prozess in der Regel jedoch als weniger mühsam empfunden.

Gewichtsabnahme Magenband

Es werden zwischen 50 und 60 Prozent des Übergewichts verloren 

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Magenband-Operation sind meist positiv, da bei Menschen mit Adipositas eine hohe Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Gewichtsabnahme besteht. Damit die Behandlung ihr höchstes Maß an Wirksamkeit erreicht, bedarf es jedoch auch einem gewissen Engagement von Seiten des Patienten hinsichtlich seiner Ernährung. Diese sollte von einem Ernährungsberater überwacht werden, und wenn möglich von einem gesünderen und aktiveren Lebensstil begleitet werden. In der Regel sind die Ergebnisse jedoch die folgenden:

  • Laut der IFSO können im Durchschnitt zwischen 50 und 60 Prozent des Übergewichts verloren werden, was jedoch von der jeweiligen Person und dem postoperativen Prozess abhängt
  • Verringerte Wahrscheinlichkeit von Wundinfektionen und Hernien nach der Operation
  • Reduziertes Risiko von Diabetes, Bluthochdruck, Harninkontinenz und anderen Erkrankungen im Zusammenhang mit Übergewicht
  • Verbesserte Lebensqualität

Im Allgemeinen sind Patienten, die sich einer Magenband-Operation unterzogen haben, sehr zufrieden mit ihrer Gewichtsabnahme sowie ihrem gesundheitlichen Fortschritt.

Risiken und Nebenwirkungen

Obwohl die Komplikationen beim Magenband im Vergleich zu anderen chirurgischen Behandlungen bei Patienten mit Adipositas geringer sind, kommt es dennoch in wenigen Fällen nach der Operation zu Nebenwirkungen.

Dabei handelt es sich vor allem um Beschwerden im Magen, wie z.B. Reizung der Magenschleimhaut (Gastritis) sowie Geschwüre und Magenperforation. Dies sind jedoch beherrschbare Risiken, die durch eine Behandlung mit Antazida und guter medizinische Kontrolle vermieden werden können. Eine weitere Nebenwirkung, die auftreten kann, ist der gastroösophageale Reflux, der durch eine drastische Veränderung der Kapazität des Magens verursacht wird. Dieser nimmt jedoch ab, sobald sich Körper und Magen an die neuen Prozesse der Nahrungsaufnahme angepasst haben.

Häufig gestellte Fragen

  • Wie funktioniert das Band? Es reduziert das Gewicht des Patienten mittels zwei unterschiedlicher Mechanismen. Einerseits wird die Menge der zu sich genommenen Nahrung drastisch reduziert, da ein Völlegefühl bereits nach einer kleinen Menge eintritt, und andererseits bewegt sich die Nahrung langsamer durch den Magen, so dass das Völlegefühl länger anhält.
  • Welche Risiken bestehen beim Magenband? Obwohl das Magenband generell als recht sichere Methode angesehen wird, besteht dennoch die Möglichkeit, dass es verrutscht, einreißt oder sogar verwächst, weshalb es in manchen Fällen ersetzt oder komplett entfernt werden muss
  • Worin besteht der Unterschied zwischen dem Magenband und dem POSE-Verfahren? Das Magenband ist ein Silikonring, der einen aufblasbaren Ballon enthält und über ein Ventil unter der Haut reguliert werden kann. Beim POSE-Verfahren hingegen wird der Magen ohne jegliche Schnitte und ausschließlich durch den Mund in Falten gelegt, welche wiederum fixiert werde, wodurch eine Magenverkleinerung erreicht wird.
  • Für wen wird das Magenband empfohlen? Für Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 40 oder höher oder 35 mit Begleitpathologien wie Typ II Diabetes, Bluthochdruck oder Kniearthrose.
  • Wie viel Gewicht kann man mit dem Magenband verlieren? Der durchschnittliche Gewichtsverlust pro Woche liegt bei 0,5 bis 1 kg und langfristig werden im Normal zwischen 50 und 60 % des Übergewichts verloren.
  • Wie bereitet sich der Patient vor? Da der Magen leer sein sollte, ist es notwendig, dass der Patient vorher für 8 bis 12 Stunden fastet.
  • Kann das Einsetzen eines Magenband mit einer Brustvergrößerung kombiniert werden? Es ist zwar möglich diese Eingriffe zusammen durchführen zu lassen, jedoch wird empfohlen, die Vergrößerung erst durchführen zu lassen, wenn das gewünschte Gewicht bereits verloren wurde. Da der Gewichtsverlust auch den Brustbereich betrifft, kann nur so die Implantatgröße und das -profil korrekt ausgewählt werden.

Erfahrungsberichte

Ich hatte einen BMI von 36 und litt bereits unter Diabetes und Bluthochdruck und hatte auch jede Menge weitere gesundheitliche Probleme, als mir das Magenband von der KK bewilligt wurde. In 4 Monaten habe ich 10kg damit abgenommen... Kompletten Erfahrungsbericht lesen

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AppleFreak - Deutsch Evern, Lüneburg

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